Ross Macdonald - Gänsehaut

Ein gutes Beispiel für weniger ist mehr. Weniger Action, weniger Beiwerk, überschaubare Seitenzahl.  Doch ab der ersten Seite spannend. Eine Auflösung die wahrlich überrascht und doch wirklich intelligent ist. Von mir aus gerne noch mehr Lew Archer Krimis.

Das nächste Buch aus der Rebuy Sammelbestellung heißt Gänsehaut und ist von Ross Macdonald.

 

 

 

Zum Äußeren von Ross Macdonald - Gänsehaut:

 

Der klassische Diogenes Style mit schwarzem Rand und gelben Innenleben, dazu Autor, Titel, Verlag Diogenes und ein eher nichtssagendes Schaubild Bett mit Blick auf Baumast.

 

Rückseite: Ein Lew Archer Roman, ausgezeichnet mit dem Silver Dagger Award der Crime Writers Association of Great Britain.

 

„Ross Macdonald verheiratete Freud mit dem Detektivroman.“ Rust Hills, Esquire

 

 

 

 

Innenleben von Ross Macdonald - Gänsehaut:

 

Titel des Originals „The Chill“, Copyright 1963 by Ross Macdonald, dt.Erstausgabe 1966 bei Scherz. hier Copyright 1976 by Diogenes

 

Der Roman beginnt mit Kapitel 1 au fSeite 5 und endet auf Seite 230. Ein paar belanglose Seiten Werbung.

 

 

 

 

Zum Roman Ross Macdonald - Gänsehaut:

 

Lew Archer ist erfolgreicher Anwalt. Kurz nachdem er einen spektakulären Prozeß gewonnen hat, wird er von einem jungen Mann angesprochen und angeheuert.

 

Er hat vor kurzem geheiratet und auf einmal ist seine Braut spurlos verschwunden. Lew übernimmt den Fall.

 

Schnell findet er heraus, das die junge Braut im Hotel einen Besuch von einem älteren Mann bekommen hat, der rund eine Stunde gedauert hat und anschließend hat die junge Frau emotional aufgewühlt, das Hotel verlassen und ist seitdem verschollen.

 

Archer findet den Mann und der Verdacht, das er der Vater des Mädchens ist, wird von dem Mann nicht bestätigt, doch Archer glaubt ihm nicht.

 

Wenig später findet er auch die junge Frau, die einen wenig glaubhaften Grund für das spurlose Untertauchen abgibt. 

 

Auch sie bestreitet die Verbindung zu dem alten Mann. Doch auf einmal geschieht ein Mord.

 

Eine Frau aus dem Umkreis des College wo die junge Frau untergetaucht war -und die ihre Mentorin war- wird erschossen.

 

Jetzt wird es für Archer wirklich richtig Arbeit. Nicht nur der Mord und das mysteriöse Untertauchen bereitet ihm Kopfzerbrechen, nein ein weiterer Mord vor 10 Jahren und ein mysteriöser Selbstmord vor 20 Jahren, scheinen alle mit dem aktuellen Fall zusammen zu hängen.

 

Und Archer hat noch keine heiße Spur....

 

 

 

 

 

Meine Meinung zu Ross Macdonald - Gänsehaut:

 

Ein richtig guter alter Detektivroman im Gewand eines Krimis. Klar kann man da noch die Lehren Freuds reinmischen, aber auch ohne Berücksichtigung dieser psychologischen Details, kann man den Roman wunderbar, als guten alten Detektivroman verwenden.

 

Das ganze gleicht mehr einem Hercule Poirot Roman, als den modernen blutigen Gewaltpornos. 

 

Die Schreibweise ist sehr nüchtern, aber dennoch sehr spannend und unterhaltsam. Der Autor beschreibt aus der Sicht eines Beobachters die Ereignisse.

 

Bei mindestens 50% der Krimis weiß ich spätestens zur Hälfte wer der Täter ist und bei bestimmt über 75% weiß ich das mindestens nach 2/3 des Romans. Aber hier erschließt sich der Täter erst auf den letzten Seiten und wer auf die Lösung gekommen ist, gewinnt sicherlich jedes Cluedo Spiel.

 

Archer ermittelt und deckt immer mehr Karten auf. Egal was er aufdeckt, es kommen immer wieder 2 neue Karten auf den Kartentisch, die auch wieder aufgedeckt werden wollen. So stolpert er immer langsam vorwärts in dem Fall.

 

Jederzeit hat er die Fäden in der Hand, aber dennoch kommt er dem Täter nicht ansatzweise näher. Und wir Leser ebenfalls nicht.

 

Aufgrund der vielen Namen und der nach und nach zunehmenden Komplexität der Verhältnisse der Hauptprotagonisten, macht das Buch nicht zu einer „Klolektüre“. Man muß also um die Lösung des Falls mitzubekommen, das Buch in möglichst kurzer Zeit ohne große Ablenkung lesen. Was bei der Dünne des Romans und der hohen Spannung kein Kunststück ist.

 

Im besten Sinne des Wortes: Altmodisch gut!

 

 

 

 

Technische Details von Ross Macdonald - Gänsehaut:

 

Sex & Drugs: Zigarette 3x, Zigarre 1x, Sex 1x

 

Leichen: Mann 3x, Frau 4x

 

Getränkeliste: Bier 1x, Martini 4x, Cola 1x, Sodawasser mit Whiskey 1x, Kaffee 2x, Whiskey 7x

 

Fortbewegungsmittel: Taxi 4x, Auto 20x, roter Sportwagen 3x, alter brauner Rolls Royce 2x, Wagen 8x, schwarzer Thunderbird 1x, dunkles Kabriolett 1x, Chrysler 1x, Flugzeug 5x, Mietwagen 1x, Lift 1x, vergitteter Wagen 1x

 

 

 

 

 

SPOILERANFANG !!!!!

 

 

********SPOILER********SPOILER***************SPOILER*******SPOILER*****Ehrlich gesagt, da muß man mal drauf kommen. Unser Herzchen der Professor ist ein richtiger Schwerenöter und seine Mutter, ist nicht seine Mutter, sondern seine sehr eifersüchtige erste Frau. Diese hat die Morde begangen. Aufdecken konnte Archer die ganze Geschichte, durch das zusammenfügen der Puzzlestücke und das aufdecken der wahren Identität.

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SPOILERENDE !!!!!!

 

 

 

 

Fazit zu Ross Macdonald - Gänsehaut:

 

Ein gutes Beispiel für weniger ist mehr. Weniger Action, weniger Beiwerk, überschaubare Seitenzahl.  Doch ab der ersten Seite spannend. Eine Auflösung die wahrlich überrascht und doch wirklich intelligent ist. Von mir aus gerne noch mehr Lew Archer Krimis.

 

macht dann gerne 93 von 100 möglichen Punkten

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