Martin Sutter – Der Teufel von Mailand

Aufgrund der sehr dunklen Wolken um Sonia ist das hier nicht das beste Werk von Suter, sondern nur ein routiniert gutes mit gewohnt hohem Unterhaltungswert. Spannend und unterhaltsam von der ersten Seite an, wie man es vom Autor kennt. Gerne natürlich daher die Empfehlung.

Die Vorliebe für den Schriftsteller Martin Sutter hat meine Frau mit in unsere Ehe gebracht. Folglich ist der vorliegende Roman „Der Teufel von Mailand“ den ich über Rebuy gekauft habe, eine Folge dieser Vorliebe.





Zum Äußeren von Martin Sutter – Der Teufel von Mailand:

 

Wie immer bei Diogenes Romanen ein weißes Taschenbuch mit Autor und Titel und hier als Motiv ein in roter Sonne liegendes Felsmassiv.

 

Rückseite: Sonias Sinne spielen verrückt: Sie sieht auf einmal Geräusche, schmeckt Formen oder fühlt Farben. Ein Aufenthalt in den Bergen soll ihr Gemüt beruhigen, doch das Gegenteil tritt ein. Im Spannungsfeld von archaischer Bergwelt und urbaner moderner Telekommunikation beginnt ihre überreizte Wahrnehmung erst recht zu blühen – oder gerät die Wirklichkeit aus den Fugen?

 

Hochspannender Stoff, angerichtet mit der für den Schweizer Bestsellerautor Martin Sutter so typischen Milieukenntnis, die den Roman die wunderschönen Boshaftigkeiten schenkt.“ von Verena Lugert für Neon München

 

Sehr, sehr merkwürdige Dinge passieren in einem Dorf in der Schweiz – und da ist man dann auch schon wieder auf dem Suter-Trip und kommt so schnell nicht mehr runter, vergißt die Nudeln in der Küche und läßt das Telefon einfach klingeln, hört rot, riecht blau, schmeckt giftgrün.“ von FAZ

 

Der perfekte Psychothriller für alle, die sich beim entspanen gern die Ruhe rauben lassen.“ von Brigitte Hamburg

 

www.diogenes.ch, ISBN Nummer, Barcord, Preis geschwärzt





Innenleben von Martin Sutter – Der Teufel von Mailand:

 

Erstausgabe 2006, Widmung, Zitat Dr.Albert Hofmann, dann fängt das Buch mit Kapitel 1 auf Seite 7 an und endet auf Seite 297. Danksagung, Werbung





Zum Roman Martin Sutter – Der Teufel von Mailand:

 

Wir lernen Sonia kennen. Sie hat eine unglückliche Ehe mit Frederic hinter sich. Die damit endete das er im Knast landete, da er sie umbringen wollte. Sonia soll Papiere unterschreiben, das sie die Anklage fallen läßt, damit der sehr reiche -jetzt Ex-Doktor- Frederic wieder in Freiheit gelangt.

 

Doch Sonia hat genug und flieht in ein neues Leben. Nur ihre Freundin Malu weiß das sie in die Berge in ein Nobel Hotel als Masseuse flüchtet.

 

Doch in dem Nobelhotel passieren schnell merkwürdige Dinge. Kein Wunder die neureiche Besitzerin ist nicht nur wunderschön und eiskalt, sondern auch extrem unbeliebt in dem kleinen Dorf, da sie das Nobelhotel gegen alle Ortsinteressen weiter betreibt.

Sonia entdeckt bald eine alte Sage die sich um den Teufel von Mailand handelt und am Ende holt er sich die Schöne. Kein Zweifel, das sie ihre Chefin das Ziel dieser offensichtlich Dorfschrakeligen Gemeinschaft ist.

 

Als dann noch Ihr Wellensittich sterben muß und der Hund der Chefin verschwindet weiß Sonia, das hier ganz klar die Sage nachgestellt wird und sie hat außer Malu und dem befreundeten schwulen Masseur keine Vertraute. Und sie weiß nicht wie weit der unheimliche Täter wirklich gehen wird....





Meine Meinung zu Martin Sutter – Der Teufel von Mailand:

 

Unter Psychothriller habe ich zuletzt zig Amiversionen gelesen. Dort geht es um Mord- und Totschlag mit hohem Bodycount und viel Blut. Sutter hat das nicht nötig.

 

Hier wird wenig gestorben, wenig gehetzt und doch beständig und subtil die Spannung so hochgezogen, das man gar nicht gewillt ist, das Buch aus den Händen zu legen.

 

Seit ich Bücher mit technischen Details versehe, ist es fast immer so, das desto ausschmückender der Autor schreibt, desto banaler der Inhalt ist. Aber ist der Gegenteil der Fall. Sutter schreibt extrem ausschmückend, aber das paßt wunderbar zur Handlung und man kann es ihm nicht krumm nehmen, wenn man so leidenschaftlich eloquent schreibt.

 

So eine Frau als Ausreiserin mit einer alten Sage und einer schrakeligen Dorfgemeinschaft, das klingt schnell nach einer faden Story mit Heimatfilm Feelingt. Und ein bißchen ist es dann auch leider so, gerade wenn Suter auf das -überraschende- Ende steuert.

 

Doch ich kann ihm nicht böse sein, sehr behutsam baut er die Story auf, fügt die Charaktere ein und ich muß mich einen Narren nennen, da ich die Lösung nicht vorher erkannt habe.

Das ganze ist – und ich wiederhole mich gerne- so spannend geschrieben und doch so ausschmückend unterhaltsam verziert, das man sich gerne in den Bann schlagen läßt.





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Natürlich kommt es überraschend das der Teufel von Mailand durch Frederic inszeniert wurde. Er hat Sonias Freundin und den schwulen Kollegen so instrumentalisiert, das sie Sonia gezielt fertig machen. Das Sonia ihn entdeckt und ihn durch sein selbstgebastelte Sprengfalle tötet, ist Suter typisch logisch. Was man dem Buch aber vorwerfen kann, ist die Tatsache das dieser Symphatikus Sonia dann schlußendlich von wirklich allen verraten und verkauft wird. Von ihrer besten (und einzigen) Freundin, von ihrem netten Arbeitskollegen und sogar von ihrem neuen Sexpartner.

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Technische Details von Martin Sutter – Der Teufel von Mailand:

 

Sex & Drugs: Zigarillo 1x, Joint 2x, Sex 9x, LSD 1x, Acid 1x, Zigarette 9x

 

Rock'n Roll: Bob Marley – Rat Race 1x, Lokalsender Musik 1x, Barpianist: Here we go again 1x, Barpianist: Sometimes I'm happy 1x, Handy Weckmelodie 2x, Flöte mit Handschale 1x, Harfe mit Handschale 1x, Reggae 1x, No woman no cry 1x, Ziggy Marley – Look who Dancin' 1x, Sanfte Musik 1x, Bob Legrand : Zarah Leander 1x, Grand E' Glockenschwengel der Kirche 1x, Sphärenmusik 1x, Bob's Klaviermusik 3x, Nocturner von Bob 1x, typischer Vogelgesang 1x, Bob's Song für Sonia 1x, Karibikmusik 1x, Bob Marley : Rebel Music 1x, Were gonna choose those 1x, Bob's Improvisationen 1x, Bob's Dinner Music 1x, Bob mit Cole Porters: In the still 1x, Schwermütiges Jodellied 1x

 

Getränkeliste: Kaffee 4x, Champagner 9x, Hahnenwasser 1x, Gin Tonic 1x, Wein 6x, Veltiner 1x, Orangenblütentee 1x, Tee 3x, Bier 6x, Wasser4x, Rose 1x, Drink 3x, Martini 1x, Rotwein 1x, Blue Curacao 1x, Versöhnung-Martini 1x, Sherry 1x, Apfelsaft 1x, Grog 1x, Glühwein 1x, heißer Tee 1x

 

Leichen: Polizeianwärter ca 40, Wellensittich 3x, Mann 5x, Hund 1x, Frau 1x

 

Fortbewegungsmittel: Taxi 1x, Ambulanz 1x, Streifenwagen 3x, Müllwagen 1x, Zug 1x, Elektrowagen 1x, rote Lokomotive 1x, Postauto 2x, Kutsche 3x, alter grüner Landrover 4x, Renault Espace 1x, VW Bus 1x, Lastwagen 1x, große staubige Limousine 1x, Knatternder Einachser 1x, Schwarzer Wagen 1x, Segelboot 1x, Geländewagen mit Anhänger 1x, Auto 1x, Milchsammelwagen 4x, Krankenwagen 3x, Lift 2x, silbergrauer Audi 1x, schwer beladener Einachser 1x, leerer Transporter 2x, Landwirtschaftsfahrzeug 1x, VW 1x, japanischer Geländewagen 1x, roter Landrover der Feuerwehr 1x, schwarzer Passat 1x, schwarze Limousine 1x, blaue Landacker 1x, Einachsmäher 1x, Helikopter 1x, kleines Flugzeug 1x, Hotelgespann 1x





Fazit zu Martin Sutter – Der Teufel von Mailand:

 

Aufgrund der sehr dunklen Wolken um Sonia ist das hier nicht das beste Werk von Suter, sondern nur ein routiniert gutes mit gewohnt hohem Unterhaltungswert. Spannend und unterhaltsam von der ersten Seite an, wie man es vom Autor kennt. Gerne natürlich daher die Empfehlung.





Von daher bescheidene 87 von 100 möglichen Punkten

 

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