Oscar Wilde - Das Gespenst von Cantervielle (DB Bahn Version)

Praise you Halleluja, die Bahn hat mir was gutes getan und mir ein wunderbares Heft „geschenkt“. Modern, zeitlos, phantasievoll und einfach unereicht.

46 Jahre habe ich mich echt bemüht die Begriffe Deutsche Bahn und positiv in einen Satz zu bekommen. 2016 ist es mir gelungen. Als ich notgedrungen noch einmal auf diese Beamtenhochburg Deutsche Bahn zurück greifen mußte, sah ich im Bahnhofsbereich kleine Leseheftchen rumliegen. Oscar Wilde der mit Dorian Grey nicht nur das beste Buch ever geschrieben hat, es war wohl auch sein einziges. Nein mit „Das Gespenst von Canterville“ hat er ebenfalls einen Klassiker verfasst. Und neben Film und letztes Jahr Theater konnte ich nun endlich die literarische Vorlage mir reinpfeiffen.



Zum (Kurz-)Roman Oscar Wilde - Das Gespenst von Cantervielle (DB Bahn Version):

 

Der amerikanische Botschafter in England zieht nebst Familie in Schloss Canterville ein. Obwohl der verkaufende Lord ihn warnt, das es dort spukt, schreckt das die Familie nicht.

 

Ein Blutfleck der an den Mord des spukenden Lords erinnert, taucht trotz Reinigung jeden Morgen wieder auf. Doch das schreckt die Familie Otis nicht ab.

 

Als das Gespenst zu härteren Methoden greift und nächtens lärmt und mit den Ketten rasselt, bekommt er vom Botschafter selbst nur ein Ölkännchen hingestellt und die Kinder bewerfen ihn mit Kissen. Das ist zu viel für das Gespenst und es zieht sich zum Kräfte sammeln zurück.

 

Aber auch mit Ruhe und neuen Plänen, schließlich muß ein Gespenst ja erschrecken, wird es immer wieder von den resistenten Amerikanern und ihren „Späßen“ zurück in die Schranken gewiesen und es ist desillusioniert.

 

Gerade als es alle Hoffnung aufgeben will, kommt die Tochter, die einzige die das Gespenst nicht geärgert hat und das Gespenst sieht die Chance gekommen und schleppt sie in die vierte Dimension...



Meine Meinung zu Oscar Wilde - Das Gespenst von Cantervielle (DB Bahn Version):

 

Das Werk stammt von 1881 und ist heute noch so unterhaltsam wie damals. Sprachlich habe ich keinen Autoren erlebt (vielleicht ansatzweise John Irving) der Wilde das Wasser reichen kann. Ganz großes Kino. Einfache Worte, aber schön, schlicht, elegant, romantisch verführerisch. Ganz ganz großes Kino.

 

Selbst in der heutigen Zeit ist die Geschichte vom Gespenst mit schrecklicher Vergangenheit verstörend schön. Rechnet doch jeder mit Grusel oder Klamauk. Aber das man die Seelenabgründe des Gespensts präsentiert bekommt und dazu die einzelnen Mitglieder der Otis Familie ist brillant.

 

Wenn die anstatt sich zu erschrecken das arme Gespenst erschrecken hat man wirklich Mitleid. Warum ausgerechnet das jungfräuliche Töchterlein als einzige mit dem Wesen Mitleid hat, wird zwar nicht erklärt, passt aber zu der romantischen Vorstellung der damaligen Zeit.

 

Die Mischung aus snobistisch ironischer Sprache, die Mär einer Schauergeschichte, die nach einer klamaukartigen Zwischenetappe doch noch romantisch verklärt wird ist sicherlich nicht für viele Schriftsteller zu bewerkstelligen. Aber Wilde war ja keiner und von daher, was man leicht in den Sand hätte setzen können, bei der komplizierten Konstellation, ist zu recht ein Meilenstein der Literatur geworden.

 

Das Buch hat nur 46 Seiten im Din A 6 Format und doch mehr Inhalt als manche anderen Bücher die 1000 Seiten Din A 4 haben.


Es folgen noch 10 Seiten Nachwort wo erläutert wird was die Hintergund von dem Buch waren. Unter anderem war das hier Wildes erste Literaturveröffentlichung. Und der Hintergrund kam auch daher, das er kurz vorher sich mit der Thematik des Übersinnlichen beschäftigt hat. Erklärt und erläutert wird das ganze auch mit Freuds Theorien.


 

Technische Details:

 

Sex & Drugs: Zigarette 1x, Kuss 4x, Handkuss 1x, Zigarre 1x

 

Fortbewegungsmittel: Pony 4x, Wagen 2x, Pferd 2x, Rappe 1x

 

Leichen: Bock 1x, Frau 4x, Mann 4x

 

 


Fazit zu Oscar Wilde - Das Gespenst von Cantervielle (DB Bahn Version):

 

Praise you Halleluja, die Bahn hat mir was gutes getan und mir ein wunderbares Heft „geschenkt“. Modern, zeitlos, phantasievoll und einfach unereicht.

 


99 von 100 möglichen Punkten. 1 Punkt Abzug, weil das Nachwort zu Selbstweihräuchernd ist, was nach dem genialen Text, einfach inhaltlich und sprachlich deutlich abfällt.

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