Val McDermid – Vatermord

Hochspannend, fiese Morde, eine schwierige Mörderhatz, aus zwei Fällen werden einer und doch scheinen Carol und Tony noch immer mehr als einen Schritt zu spät zu sein.

Das dritte Buch das ich von der Autorin Val McDermid aus der Tauschtelefonbörse vor der Kirche in der Germarkenstraße in Essen-Holsterhausen gezogen hatte heißt Vatermord und wird jetzt hier behandelt.



 

 

Zum Äußeren von Val McDermid – Vatermord:

 

Ein Skalpellmesser vor blauem Hintergrund, Autor, Titel, Thriller, Verlag Knaur und „Ein neuer Fall für Carol Jordan und Tony Hill“

 

Rückseite: Fall Nr 6 für das Ermittlerduo Carol Jordan und Tony Hill. Als die verstümmelte Leiche der jungen Jennifer gefunden wird, ist DCI Carol Jordan sofort klar, dass ein extrem gefährlicher Psychopath am Werk ist. Und tatsächlich: weitere Morde folgen. Alle Opfer waren vierzehn Jahre alt, immer hat sie der Killer übers Internet kontaktiert. Carol will Profiler Tony Hill auf den Fall ansetzen – doch als dieser von seiner Vergangenheit eingeholt wird, scheint niemand den Killer aufhalten zu können.

 

„Val McDermid ist wie immer eine Meisterin, wenn es gilt, unwiderstehliche Spannung zu erzeugen“ Times Literay Supplement

 

ISBM, Barcode, www.knaur.de und Preis 9,90 Euro







Zum Innenleben von Val McDermid – Vatermord:

 

Über die Autorin: Val McDermid, geboren 1955, wuchs in einer Bergarbeiterstadt in der Nähe des schottischen Universitätsstädtchens St. Andrews auf. Als Erste aus ihrer Familie ging sie auf eine Universität, und das gleich in Oxford. Nach Jahren als Dozentin für Englische Literatur und als Journalistin bei namhaften britischen Tageszeitungen lebt sie heute abwechselnd in Manchester und in ihrem Haus an der Nordseeküste im Nordosten Englands. Sie ist eine der erfolgreichsten britischen Autorinnen von Thrillern und Kriminalromanen. Ihre Bücher erscheinen in mehr als vierzig Sprachen. Die Gesamtauflage ihrer Romane beträgt weltweit mehr als zehn Millionen Exemplare. 2010 erhielt sie für ihr Lebenswerk den Diamond Dagger der britischen Crime Writers Ascociation, die höchste Auszeichung für britische Kriminalliteratur. Weitere Informationen unter www.valmcdermid.de

 

Original „Fever of the Bone“ bei Little Brown London, Copyright 2009 by Val McDermid

Eine Widmung, ein Vorwort, dann fängt das Buch auf Seite 9 an und endet auf Seite 523 und dann die Danksagung.









Zum Buch Val McDermid – Vatermord:

 

Eine verstümmelte Leiche eines jungen Mädchens wird entdeckt. Ihre Geschlechtsorgane wurden rausgeschnitten, der Tod selbst war „gnädig“ durch ersticken. Die hiesige Mordkommission kommt nicht vorwärts und greift somit zum ersten mal auf einen Profiler zurück. Zufälligerweise ist dies Tony Hill, der auch zum Antritt seiner Erbschafts seines ihm unbekannten Vaters eh in die Region mußte.

Nahe zu zeitgleich bekommt DCI Carol Jordan einen neuen Vorgesetzten der direkt einen neuen Sparkurs einschlägt und als erstes die Kosten für den Profiler (und somit Tony Hill) eindampft.

 

Doch schon bald hat das Team Jordan auch eine verstümmelte Jungenleiche, auch hier sind die Geschlechtsorgane rausgeschnitten und der Tod trat durch ersticken ein. Da sich Carol und Tony nicht austauschen ahnen sie nicht, das sie den vermeintlichen gleichen Täter haben.

 

Der neue Profile aus den eigenen Kreisen hilft Carol nicht weiter und als die nächste verstümmelte Kinderleiche auftaucht wird der Kreis größer.

 

Hinter ihrem Rücken spricht ein Teammitglied mit Tony der natürlich sofort erkennt, das sie den gleichen Täter haben und sie entdecken noch mehr Gemeinsamkeiten: Die Jugendlichen wurden von ihrem vermeintlichen Mörder über ein Internet Netzwerk angelockt.

 

Während sie somit lange Zeit getrennt von einander den gleichen Täter jagen, taucht bereits die nächste verstümmelte Leiche eines Jugendlichen aufs. Und als ob das nicht genug wäre, arbeiten Carol und Tony wieder unabhänging voneinander an der Aufbereitung seiner Vergangenheit....







Meine Meinung zu Val McDermid – Vatermord:

 

Strunzdämlich der Text auf der Rückseite des Buches: Irgendwie benennt er zwar was im Buch passiert, aber der Konsens ist Nonsens. Egal, kommen wir zum erfreulichen:

Val McDermid schafft es wie kaum eine andere Autorin so brutale bestialische Morde an Jungen Menschen so zu schreiben, das wir nicht die perverse voyeuristische Sichtweise auf das Grauen haben, sondern ständig in den hochintelligenten Köpfe unserer beiden Hauptprotagonisten Carol und Tony. Die ihrerseits ihre eigenen Dämonen im Kopf haben.

 

Warum dann noch komplett überflüssige Nebenplots (ein zweiter „Alt-“Fall für das Team Jordan, die Ablehnung von Tony und schwierige Installation des neuen Profilers, Tonys Vergangenheit) unbedingt in die Story implementiert wurde, erschließt sich mir so gar nicht.

 

Doch zurück zum Buch. Eine zweite positive Eigenschaft die Val McDermid fast exklusiv hat, ist die nicht vorhersehbare Mörderschau. Man hat auch keine Gelegenheit eine Ahnung oder einen Verdächtigen zu finden, den man überführen könnte. Beim Tatort im Fernsehen weiß ich meistens nach 15 Minuten wer der Mörder ist, bei Val wird der Mörder immer erst kurz vor dem Ende ins Visier gerückt und wie dem dann auf die Pelle gerückt wird, ist so atemlos spannend, das man das Buch nicht mehr auslegen kann.

 

Zwischendurch -wenn ich die unaufdringlichen kurzen Nebenplots ausblende- baut sich dann das Team auf und legt wie ein Hochseefischer ein riesiges Fangnetz aus, wobei die Löcher aber noch so groß sind, das nichts drin hängen bleibt, man aber den Schweiß und das Jagdfieber körperlich nachempfindet.

 

Und somit ende ich auch, da ich schon alles wesentliche erwähnt habe: Hochspannend, brisant, extrem gut erläutert, bodenständig und natürlich physisch und psyschich fesselnd!

 

...und: Am Ende passiert etwas (eine Aussage von Tony) was ich so bislang ernsthaft noch nie in einem Krimi gelesen habe....





Technische Details zu Val McDermid – Vatermord:

 

Getränkeliste: Rotwein 8x, Sancerre 1x, Kaffee 11x, Earl Grey 3x, Kaffee Latte fettarm 1x, Tee 2x, Wasser 3x, Cobra 1x, Bier 3x, Armagnac 2x, südafrikanischer Sauvignong 1x, Wein 2x, Singha-Bier 1x, Cappuccino 1x, Espresso 1x, Whiskey 1x, Malt Whiskey

1x, Scotch 1x, Wodka mit Tonic 1x, passables Bier aus Kleinbrauerei 2x, Drink 1x

 

Leichen: Frau 1x, Kinder 3x, Junge 3x, Tote ca 37, Mann 4x, Mädchen 1x, Baby 1x

 

Fortbewegungsmittel: Flugzeug 1x, Bus 4x, Wagen 16x, Kanalboot 2x, Auto 12x, Schlauchboot 1x, Boot 1x, Lexus 1x, Zug 1x, Zivilfahrzeug 1x, Aufzug 1x, Audi 1x, Van 5x, Volvo Kombi Dunkel 2x, Motorrad 1x

 

Sex & Drugs: Vergewaltigung 1x, Kuss 2x, Wangenkuss 3x, Joint 1x, Sex 1x, Zigarre 5x, Zigarette 9x

 

Rock'n Roll: Jazz-Quartett 1x, Stanley Turrentine: Deep Purple 1x





SPOILER 

 

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Die Lösung ist mal wieder nicht vorhersehbar. Tony entdeckt schnell das die Morde keine Sexualdelikte sind, sondern das der Täter eine Linie auslöschen will. Die Opfer sehen sich einfach zu ähnlich. Durch eine befreundete Expertin kann er die Einwahlknoten der Internetnutzung des Täters vermeintlich einengen lassen. Daraufhin hat Carol dann eine Auswahl vornehmen können, wo sie später auch -Überraschung- die Täterin finden. Diese wollte von ihrem Partner unbedingt schwanger werden, er hat ihr aber verschwiegen, das er sich vor Jahren hat sterilisieren lassen. Allerdings waren seine Samenspenden vorher wortwörtlich sehr fruchtbar gewesen. Das am Ende Tony eingestehen muß, das sein ganz Profil so gar nichts gebracht war, lenkt uns von der Lösung euphorisierten Leser dann komplett ab.

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SPOILERENDE





Textauszug  von Val McDermid – Vatermord

 

(Aus einem Selbstgesräch von Tony)

 

„Du musstest sie von den Menschen wegbringen, sie betäuben, sie mit der Plastickfolie ersticken, sie verstümmeln und an den Ort bringen, wo du sie ablegen wolltest“, sagte er langsam „Wo bleibt dabei dein Vergnügen? Worin liegt der Grund dafür? Wie kommst du dabei zu deinem Kick? Sie zu besitzen? Sie zu beherrschen?“





Fazit zu Val McDermid – Vatermord

 

 

Sie wird von Buch zu Buch besser. Das hier ist keine 08/15 Krimisammelware, sondern feinste Krimikost mit fiesen Morden, irrwitzigen und doch genialen Killern und einem Ermittlerduo das so ungleich und doch passend ist, das es einen in die Sitze preßt. Val wir sehen uns wieder!

 

Macht von mir gerne 97 von 100 möglichen Punkten

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