Val McDermid - Ein Ort für die Ewigkeit

Eine unglaubliche Geschichte: Ein junges Mädchen verschwindet aus einem Minidorf, was keine Fremden kennt. Ein junger Polizeikommissar kämpft gegen seine altgedienten Kollegen und ein störriches kleines Volk und gerät in ein schreckliches Drama, dessen Tiefen man nie ergründen möchte... Spannend, atmosphärisch dicht, fesselnd, so sollten Krimis sein. Und es ist verrückt: Es geht auch ohne Literweise Blut und sinnlose Ballereien und Verfolgungsjagden. Sehr wohltuend, das hier

Das heutige Buch habe ich aus der Tauschtelefonbörse vor St. Mariä Empfängniskirche in der Gemarkenstraße in Essen Holsterhausen gezogen. Es heißt Ein Ort für die Ewigkeit und stammt von Val McDermid. Von dem Autor hatte ich insgesamt 4 Stück da raus gezogen. Das erste stell ich nun hier vor.





Zum Äußeren von Val McDermid – Ein Ort für die Ewigkeit:

 

Ein Bild aus einem viktorianischen England in Sepia. Leute in einem Dorf im Nebel. Dazu Autor, Titel, Verlag Knaur

 

Rückseite: Düster ist der Ort, und verschlossen sind die Menschen von Scardale, einem 30 Seelen Dorf, wo an einem frostigen Dezembertag ein Mädchen verschwindet. Es gibt einen Mörder, aber keine Leiche, es gibt Gerechtigkeit, aber keine Wahrheit.

 

In brillanten Spannungsbögen zeichnet Val McDermid nicht nur das Psychogramm eines Kommissars, sondern eines ganzen Dorfes, das, so scheint es, den Mantel des Schweigens über ein entsetzliches Verbrechen gebreitet hat.

 

„Ein atmosphärisch ungemein dichter Roman über die Macht des Schweigens und die Ohnmacht eines Kommissars – mit literarischen Qualitäten.“ von Brigitte

 

„Dieses Buch nimmt uns den Atem.“ von Süddeutsche Zeitung

 

ISBN, BarCord, Preis 18,90 DM







Zum Innenleben von Val McDermid – Ein Ort für die Ewigkeit:

 

Zu dem Zeitpunkt hatte er erst 4 weitere Bücher veröffentlicht.

 

Dann was zum Autoren: Val McDermid wuchs in einem schottischen Bergbaugebiet auf und lebt heute in Manchester. Nach Jahren als Literaturdozentin in Oxford und als Journalistin bei nahmhaften englischen Zeitungen widmet sie sich heute ganz der Schriftstellerei. Ihr Thriller Das Lied der Sierenen wurde 1995 mit dem Golden Dagger Awad für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. Seither gilt sie als einer der interessantesten neuen Autorinnen im Spannungsgenre.

 

Original 1999 unter A place of Execution, Copyright 1999 Val McDermid

 

Eine englisch französische Widmung, ein Auszug aus dem englischen Todesstrafengesetz, eine Widmung von Kaplan, dann fängt das Buch mit dem ersten Buch auf Seite 9 an und endet auf Seite 588







Zum Roman Val McDermid – Ein Ort für die Ewigkeit:


 

In Scardale einem kleinem verschworenen Dorf verschwindet eines Tages ein kleines Mädchen. Obwohl sie eigentlich alles unter sich klären, ruft doch einer die Polizei.

 

Für den jungen Inspector George Bennett wird es der erste größere Fall. Nicht nur die schwierigen Umstände machen die Ermittlungen schwer, auch muß Bennett erst noch um seine Stelle und seinen Rang in der Provinz kämpfen.

 

Schnell wird den Ermittlern klar, das es hier keine positive Signale geben wird. Das Mädchen ist scheinbar spurlos verschwunden, und das in einem Dorf in dem kein Fremder vorbei kommt. Der Verdacht ein Einheimischer hat mit dem Verschwinden was zu tun bestätigt sich immer mehr.

 

Als sie nach Tagen Spuren eines Kampfes entdecken und später auch noch in einer abgelegenen Mine ein blut- und spermabeflecktes Hemd, scheint das Ungeheuerliche klar: Alison wurde entführt, vergewaltigt und ermordet. Doch wo ist die Leiche?

 

Mit Hilfe der trauernden Mutter findet die Polizei in der Dunkelkammer des Stiefvaters deutliche Beweise: Er hat sie mehrfach mißbraucht und dabei noch fotografiert. Doch er weigert sich beharrlich zu den Anschuldigungen zu äußern.

 

Vor Gericht plädiert er weiter auf unschuldig, obwohl alle Beweise gegen ihn stimmen. Doch es fehlt weiterhin die Leiche. Die Anklage, und somit auch George, können nur hoffen und beten, das die Geschworenen den Mann für die Vergewaltigung und den Mord für schuldig befinden.

 

Ein langer Prozeß beginnt, der nur auf Indizen beruht und keiner weiß wie er ausgeht....

 

 

 

 

Meine Meinung zu Val McDermid – Ein Ort für die Ewigkeit:

 

Das ist das erste von 4 Büchern der Autorin das ich gelesen haben, nachdem ich die aus der Tauschtelefonbörse gezogen habe und ich weiß jetzt schon, das ich mich auf die anderen 3 freue.

 

Deshalb die Kritik zu erst : Was ich so gar nicht mag, wenn in den Zeiten gesprungen wird. Hier wird in einem Art Zeitzeugenbericht der Fall geschildert, aufgerollt und von fremder Hand als Buch verfaßt. Das ist handwerklich sehr geschickt und extrem intelligent gemacht. Es erfordert aber sehr viel Anstrengung die Personen und die Zeit immer richtig zu zu ordnen.

 

Und da das Buch in 3 Kapitel eingeteilt ist und das zweite Buch Prozeß heißt und mit selbigen endet wird das unterschwellige Gefühl, was man als Leser eh die ganze Zeit hat, am Ende dann bestätigt.

 

Die beiden Punkte Zeit und leicht Vorhersehbarkeit reduziert dann das Gesamturteil von Brillant auf sehr gut. Nun der Reihe nach:

 

Die Zeit, die Personen und die faktische Live Verfolgung der Polizei habe ich in dieser Detailtreue und Produktliebe schon lange nicht mehr gelesen. Das liest sich trotzig durchgehend spannend und malerisch, will sagen mörderisch schön an.

 

Vielleicht kann ich als Landei einfach auch nur diese Mauer des Schweigens und Mißtrauens der Bevölkerung gegenüber der Polizei nur zu gut verstehen.

 

Der moderne Tatort Kommissar hat ja mittlerweile mehr mit seinem Privatleben zu tun, als mit dem Fall. Bei George ist das ganz anders. Er ist neu. Alle schauen ihn noch befremdlich an. Altgediente Polizisten haben so einen Jungen vor sich und der gibt ihnen dann Befehle. Dann kommen die stockigen Dörfler und relativ schnell die sensationslüsterne Pressemeute.

 

George macht das Beste draus und sein Einsatz, seine Leidenschaft, seine Akribie, bringt ihn trotz aller Widerstände zum Erfolg für die Verhaftung des Squire. Was er allerdings nicht schafft, ist die Leiche zu finden und somit wird der Prozeß zum Drahtseilakt.

 

Das ganze hat dann die atemlose Spannung die man auch bei einem Film wie die „Die zwölf Geschworenen“ gespürt hat. Spannung und Dramatik geht öfter als man denkt auch ohne Blut und wilde Verfolgungsjagden.

 

Diese subtile Spannung, die sehr liebevoll gezeichneten Charaktere, die Zwiespältigkeit all der Handlungen, heben diesen Krimi wohltuend aus der breiten Masse heraus und ich kann den Eingang nur zitieren: Ich freue mich auf die weiteren Bücher der Autorin.

 

 

 

Spoiler zu Val McDermid – Ein Ort für die Ewigkeit

 

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Natürlich werden ein paar falsche Fährten ausgelegt und das der Squire schuldig ist, daran besteht weder für George noch für den Leser fragen. Doch warum beteuert der Squiere so beharrlich seine Unschuldig. Das erfahren wir dann im dritten Buch, nachdem er gehängt wurde. Alison wurde wie viele andere Kinder es Ortes auch vom Squire vergewaltigt und mißbraucht. Als Alison von ihm schwanger wurde, beschloss die Dorfgemeinschaft ihm die Falle mit Alison zu stellen. Und so nahm Alison Abschied vom Dorf und die Rolle einer entfernten Cousine in einem weit abgelegenen Dorf an und die Mutter hat mit den anderen Dörflern die falschen Fährten gelegt, die eindeutig zum Squire führen. Das Ganze kommt daher raus, das Alisons Schwester (die in Wahrheit die Tochter des Vergewaltigers und ihr ist) den Sohn von Paul heiraten will.

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Technische Details von Val McDermid – Ein Ort für die Ewigkeit:

 

Fortbewegungsmittel: Dienstwagen Rover 1x, Bus 1x, Bomberflugzeug 1x, Schulbus 2x, Ford Zephyr 2x, Landrover 4x, Wagen 10x, Auto 21x, Lieferwagen 2x, Fahrrad 1x, Polizeiwagen 1x, Zug 1x, großer Transporter 1x, Bahn 1x, Streifenwagen 1x, nicht gekennzeichnete Limousine 1x, berittene Polizeieskorte 1x, Zug 1x Dienstwagen 1x, rotes Coupe 1x, Motorroller 1x, Taxi 1x, Krankenwagen 1x

 

Leichen: Mädchen 1x, Frau 4x, Mann 7x

 

Getränkeliste: Wein 3x, Burgunder 1x, Gin Tonic 1x, schwarzer Kaffee 1x, Malz- und Schokoladenpulvergetränk 1x, Tee mit Milch 2x, Rotwein 3x, Irish Coffee 1x, Flaschenbier 1x, Scotch 4x, Wasser 1x, Limonade 1x, klarer Schnaps 1x, Brandy 3x, Babycham 1x, Sherry 1x, Whiskey 2x, Tee 21x, Bier 11x, Kaffee 1x, Bushmills 4x, Cola 1x, Mineralwasser 1, Sekt 2x

 

Sex & Drogs: Gold-Leaf-Zigarette 6x, Zigarette 90x, Embassy Zigarette 1x, Kuss 2x, Zigarre 3x, Bruyerepfeife 2x, Tiersex 3x, Capstans 1x, Vergewaltigung 13x, Benson&Hedges 1x, Blacksbraine Zigarette 1x, Geknutsche 1x, Wangenkuss 1x, Marlboro Light 6x

 

Rock'n Roll: Trompetenfanfare 1x, klassische Musik 1x, Jazz Musik 1x, Catherine Branford Marsalis „Romance für Saxophone“ 1x, Saxophonmusik 1x

 

 

 

 

Fazit zu Val McDermid – Ein Ort für die Ewigkeit:

 

 

Auch wenn es ab dem dritten Buch klar wurde in welche Richtung es ging, ist das ganze ein atmosphärisch dichter Thriller der im Echtzeit Kriminalstil mit Rückblicken erzählt wird. Große Erzählkunst mit großer Detailliebe die dennoch einem atemlos und fassungslos hinterläßt. Sehr gute Unterhaltung.

 

93 von 100 möglichen Punkten

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