David Safir – Plötzlich Shakespeare

David läßt wieder die Seelen wandern: Dieses mal verschlägt es Rosa nach London ins Jahr 1596. Ausgerechnet in Shakespeares Körper muß sie die wahre Liebe finden, um in die Gegenwart zurück zu kehren. Eine amüsante Annäherung der beiden Geschlechter im viktorianischen England. Flott, humorvoll und intelligent wie immer.

Mieses Karma und Jesus liebt mich habe ich bereits mit großer Freude gelesen. Umso mehr habe ich mich gefreut „Plötzlich Shakespeare“ das dritte Buch von David Safir in einer der hiesigen Essener Tauschtelefonbörsen zu finden.





Zum Äußeren von David Safir – Plötzlich Shakespeare:

 

Für Safir typisch erkennt man auf dem Titelbild wirklich ein Zusammenhang zum Roman. Hier sieht man eine junge Frau die erschrocken in ihr Spiegelbild guckt und der Herr Shakespeare guckt aus dem Spiegel nicht minder erstaunt. Dazu Autor, Titel und Hinweis Spiegel Bestseller

 

Rückseite: Zwei sind einer zu viel! Wenn und Frau sich das Leben, ist das ja schon schwierig. Aber wenn Mann und Frau sich auch noch ein und denselben Körper teilen müssen, dann ist das Chaos perfekt!

 

Die liebeskranke Rosa wird per Hypnose in ein früheres Leben versetzt. In den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert: William Shakespeare. Wir schreiben das Jahr 1594, und Rosa darf erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn sie herausgefunden hat, was die wahre Liebe ist. Keine einfache Aufgabe: Sie muss sich als Mann im London des 16. Jahrhunderts nicht nur mit liebestollen Verehrerinnen rumschlagen, sondern auch mit Shakespeare selber, der nicht begeistert ist, dass eine Frau seinen Körper kontrolliert. Und während die beiden in ihrem gemeinsamen Körper kabbeln, entwickelt sich zwischen ihnen die merkwürdigste Lovestory der Weltgeschichte.

 

Www.rororo.de, ISBN, Barcode und Preis 9,30 Euro





Zum Innenleben von David Safir – Plötzlich Shakespeare:

 

David Safir, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine ersten beiden Romane „Mieses Karma“ und „Jesus liebt mich“ erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Als Drehbuchautor wurde David Safir für seine TV Serie „Berlin Berlin“ mit dem Grimme Preis sowie dem International Emmy ausgezeichnet. David Safir lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

 

„Eine witzige und unterhaltsame Zeitreise“ Münchener Merkur

 

Copyright 2011, eine Widmung, eine Warnung an den Leser und dann fängt das Buch mit Kapitel 1 auf Seite 9 an und endet auf Seite 315.

 

Es folgt eine Danksagung und ein Hinweis auf seine Karma Stiftung.







Zum Roman David Safir – Plötzlich Shakespeare:

 

In aller Kürze, da das wesentliche schon im Heckklappentext angedeutet wird: Rosa ist immer noch verliebt in Jan. Allerdings heiratet er jetzt Rosa. Kummer Ramazotti helfen nicht mehr, sie geht zu einem Psychologen, doch dieser versetzt sie in ein früheres Leben....

 

Ausgerechnet als -zur Zeit duellierender- Shakespeare kommt sie wieder zu Bewusstsein. Nicht nur, das sie in einem Männerkörper ist, und das Shakespeare wenig amüsiert ist, das eine Frau sich in seinen Körper eingenistet hat, kann sie erst zurück kehren, wenn sie die wahre Liebe entdeckt. Ein Thema, mit dem sie schon ein Leben lang, schon so ihre Schwierigkeiten hatte.

 

Und so lernte sie die Komplikationen der damaligen Zeit, sowie die Königin und …. Jan! In der Form des Lords of Essex ist er eindeutig der Jan aus der Gegenwart. Und als wäre das nicht dramatisch genug ist der gute Lord extrem unglücklich verliebt in eine gar bezaubernde Herzogin, die natürlich aussieht wie die Braut aus der Gegenwart.

Rosa weiß: Sie muß die beiden verkuppeln, doch will sie das wirklich? Auch wenn das bedeutet, das sie nicht mehr in die Gegenwart zurück kann?





Meine Meinung zu David Safir – Plötzlich Shakespeare:

 

Klarer Fall: Safir ist ein hoffnungsloser Romantiker und ein „Serientäter“. Sein Markenzeichen, die Zeit- und Seelenreise erlebt auch im dritten Roman seine interessante Neuauflage und natürlich geht es mal wieder um die Suche nach der großen Liebe.

 

Aber auch wenn Safir Moral und Liebe klar in den Vordergrund stellt, hat das nicht dieses typisch deutsche Dramagerüst, sondern ist locker und leicht, sehr unterhaltsam, charmant, witzig und mit viel Herzblut und Wärme geschrieben.

 

Egal ob Mann oder Frau natürlich überdenkt man sein Geschlecht noch mal neu und Safir schreibt das ganze so anschaulich und spannend, das man den kabbelnden sich um den Körper rangelnden Shakespeare und Rosa noch stundenlang hätte weiter belesen können.

 

Wie einfach wäre ein Happy End gewesen um das Buch dann wieder locker in den Bereich der Allerweltsbücher ein zu sortieren, aber so einfach hat es Safir sich noch nie gemacht.

 

Natürlich ist alles extrem unglaubwürdig, aber nicht so beknackt, das man weder die handelnden Personen noch die Situationen nach voll ziehen kann.

Und so steuert das ganze auf ein Finale, das dann im Endeffekt wieder Herz erwärmend ist, aber unterm Strich doch auch wieder anders, als man es erwartet hätte.

 

Dazu ist die Sprache so flott und leicht, das es sich super „nebenbei“ lesen lässt. Aber inhaltlich anspruchsvoll genug, das es sich von der Masse der Schnell- und Billigschreiber deutlich abhebt.

 

Voraussetzung ist natürlich das man im Kopf so flexibel ist, sich auf diesen Körperswitch und Zeitreise einzulassen. Das mag dann den typischen DSDS und Promi Dinner Gourmet vermutlich überfordern, aber wie sagte Wowereit einst so schön? Das ist auch gut so.





Technische Details von David Safir – Plötzlich Shakespeare:

 

Sex & Drugs: Sodomie 3x, Halskuss 1x, Wangenkus 6x, Sex 5x, Kuss 7x

 

Rock'n Roll: Klassische Musik 1x, Abba: The winner takes it all 1x, Olaf: Evas Song 1x, Holgi: One Night Stand Song 1x, Sebastian die Krabbe: Unter dem Meer 1x, nervige dicke Nils: Rosas Song 1x, Time of my life aus Dirty Dancing 1x, Der Dicke: Kunga song 1x, Kempe : Kitty Song 1x, Musik zum Tanz von Schalmeien Posaunen & Harfen 1x

 

Leichen: Mann 5x, Frau 2x

 

Fortbewegungsmittel: Ruderboot 3x, Taxi 1x, Ente 1x, Flugzeug 1x, Fahrrad 1x, Straßenbahn 1x, Auto 6x, Bauernwagen 1x, Kutsche 8x, Pferd 1x

 

Getränkeliste: Ramazotti 5x, Obstpunsch 1x, Wasser 1x, Rotwein 3x, Champagner 1x, Wein 1x, Kaffee 1x, Tee 1x, Whiskey 2x





Textprobe von David Safir – Plötzlich Shakespeare:

 

Wir sollten die Kleidung wechseln und uns waschen“.

 

„Ich bin eine Frau und denke gar nicht daran, einen fremden Mann anzuziehen, selbst wenn ich in seinem Körper stecke“, stellte ich klar.

 

Aber so verrußt können wir wohl kaum vor die Gräfin Maria treten und unseren Auftrag erfüllen. Und wenn wir das nicht tun, landen wir im Tower.“





Fazit zu David Safir – Plötzlich Shakespeare:

 

Safir kann es einfach: Zeit- und Seelenreise auf intelligente und witzige Weise zu verknüpfen. Auch wenn man natürlich als Kenner der ersten beiden Bücher ein wenig den Wiederholungseffekt hat, bleibe ich bei meinem Leitmotiv: Lieber gut kopiert – als schlecht erfunden. Wer wie ich die ersten beiden Bücher mochte, wird dieses hier natürlich auch mögen. Vorkenntnisse sind nicht wichtig, man sollte allerdings einen offenen Geist für so eine „Phantasie-“Geschichte mitbringen.

 


Gerne 89 von 100 möglichen Punkten

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