Das Gespenst von Canterville, Kleines Theater Essen (Kindervorstellung)

Von Kinder für Kinder. Aber: Auch die Erwachsenen haben ihren Spaß. Sicherlich für die ganz Kleinen etwas zu anspruchsvoll. Aber sehr süß, liebevoll und doch professionell in Szene gesetzt. Lustiger als Gruselig, putziger als banal. Werbung für die Kleinkunstbühne.

Nachdem ich noch am 02.04. im Kleinen Theater zu Essen mit meiner 14jährigen war, war ich eine Woche später am 09.04. mit meiner 6jährigen in der Kindervorstellung „Das Gespenst von Canterville“ nach dem großartigen Oscar Wilde.







Das Stück Das Gespenst von Canterville, Kleines Theater Essen (Kindervorstellung)  im Kurzüberblick:

 

Zu Beginn sieht man wie eine amerikanische Familie In Canterville (offensichtlich England) ein Schloss kaufen. Es ist der amerikanische Botschafter mit seiner Frau und seinen 3 Kindern. Sie werden vom Graf (der das Schloß verkauft) noch darauf hingewiesen das es spuken könnte, aber das interessiert die Amis ja nie.

 

Den Graf sehen wir als Zuschauer dann wenig später wieder, taucht er doch als sein eigener Ahnenvorgänger und jetziges Gespenst wieder auf. Die Amis sehen das Gespenst nicht, merken aber wohl die Veränderungen die „es“ vornimmt.

 

Doch oh Wunder, statt sich um die wundersamen Dinge aufzuregen oder zu ängstigen verspotten sie das Gespenst sogar. Ja selbst die kleinen Kinder werfen mit Kissen nach dem Gespenst. Und es ist doch schon so einsam und traurig.

Doch auf einmal entdeckt die große Tochter das Geheimnis des Gespenstes und in ihrer Hand liegt das Schicksal....





Meine bzw unsere Meinung zu Das Gespenst von Canterville, Kleines Theater Essen (Kindervorstellung)

 

Also für unsere 6jährige die ja gerade mal 18 Monate in Deutschland ist, war das inhaltlich schon reichlich viel Stoff.

Die ganze Inszenierung wurde angekündigt als von Kinder für Kinder ab 6 Jahr und ich denke das kann man genau so stehen lassen.

 

Bevor die Aufführung los ging, denn das Publikum war ja wirklich so gemischt, das viele auch kleinere Kinder mit ihren Eltern/Großeltern da waren, wurde eine Ansage gemacht, das man keine Angst haben müsse. Das das Gespenst im wahren Leben noch zur Schule geht und eigentlich ganz lieb ist.

Auch wurde bei der Gestaltung offensichtlich bewußt auf gruselige Elemente verzichtet. Ganz in weißem Gewand, aber mit freiem Blick auf den menschlichen Kopf, war das Gespenst wirklich nicht furchteinflössend. Dazu kam ja das es von der Handlung her, ja auch nicht viel zum gruseligen spuken hatte. Ganz im Gegenteil, das ganze wurde ja mit sehr viel feinem und netten Humor angereichert.

 

Wie für das Theater üblich wurde spärlich möbiliert, aber dafür mehr Liebe in die Kostüme gesteckt. Unser Gespenst -wie erwähnt- sah gespenstisch aber ohne effekthascherisches Schuschu aus. Unser beiden „Eltern“ echt schön amerikanisch botschafts spießig aus. Die Darsteller dürften so um die 16 Jahre alt gewesen sein. Die anderen 3 Kinder waren dann richtig nette aufgeweckte Kids.

 

Ich muß auch gar nicht lange schwaffeln. Das ganze war nett inszeniert. Die Darsteller waren sehr souverän und mit viel Spaß dabei. Auch die Gesamtlänge mit rund einer Stunde , mit kurzer Pause, war passend für das Publikum.

 

Herausfordernd war sicherlich der Seelenzwiespalt des Gespenstes und nachher auch von der großen. Am süßesten fand ich ja die Eltern. Wenn Kinder Erwachsene spielen und dann gleichzeitig andere Kinder in der Elternversion erziehen wollen, ist per se schon unterhaltsam, aber hier in Kombination mit einer wirklich frischen Inszenierung und intelligenten Stoff, war das durchaus auch für die Erwachsenen Zuschauer sehr schön und unterhaltsam anzusehen.





 

Fazit zu Das Gespenst von Canterville, Kleines Theater Essen (Kindervorstellung):

 

 

Für die ganz kleinen war der Stoff in Summe vielleicht einen Ticken zu anspruchsvoll. Dennoch die Hütte war voll, alle -also auch gerade die Erwachsenen- haben sich toll unterhalten gefühlt. Die jungen Darsteller haben das mehr als souverän gemeistert. Ganz tolle Veranstaltung denen ich einfach eine größere Bühne gönnen würde.

 

Gerne 91 von 100 möglichen Punkten

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