A. Lee Martinez - Eine Hexe mit Geschmack

Martinez beherrscht Fantasy mit Humor und slapstickartigen Horror Elementen. Eine Hexe, eine Reise, skurile Weggefährten und natürlich eine Bedrohung die alles in den Schatten stellt. Schnell und leicht zu lesen, ab der Mitte des Romans aber zu sehr Liebesroman als Fantasy

Aus den Zeiten wo ich nach Amazon Kunde war hat mir das Teufelsding u.a. A.Lee Martinez mit Eine Hexe mit Geschmack vorgeschlagen. Damals dort neuwertig gekauft, jetzt in 2 Tagen gelesen und abschließend hier vorgestellt.





Zum Äußeren von A. Lee Martinez – Eine Hexe mit Geschmack:

 

Ein Bild mit 3 unterschiedlichen Hexen am Kochtopf (was übrigens kaum was mit dem Inhalt zu tun hat). Dazu Autor, Titel (Untertitel: Mit doppelter Portion Menschenfleisch!) und Verlag Piper.

 

Rückseite: Die fressende Hexe kommt...

 

Sie ist untot. Sie ist eine Hexe. Sie hat keinen Namen, aber eine nervtötende Ente als Schutzgeist. Und unbändigen Appetit auf Menschenfleisch... Doch als die Grundfesten der Welt durch einen wahnsinnigen Zauberer erschüttert werden, ändert sich alles. Denn gemeinsam mit dem weißen Ritter muss die Hexe alles dransetzen, das Zauberreich zu retten. Sie hat allerdings nicht bedacht, wie appetitanregend der Ritter ist, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes... Nach „Die Kompanie der Oger“ legt A. Lee Martinez einen neuen rasanten Spaß vor.

 

Wenn es Gerechtigkeit in dieser Welt gibt, wird A. Lee Martinez ein Superstar!“ von Analog

 

Dt.Erstausgabe, ISBN und Barcode, Preis 9,95 Euro, Verlag Piper







Zum Innenleben von A. Lee Martinez – Eine Hexe mit Geschmack:

 

Wie immer eine weitere Zusammenfassung des Buches und dann was zum Autor:

 

A. Lee Martinez wurde mit seinem Debüt „Dinner des Grauens“ über Nacht zum Shootingstar. Er lebt in Dallas, Texas, wo er schreibt, jongliert, Videospiele spielt und Zeitreisen unternimmt. Vielleicht ist er ein Geheimnzauberer (das wäre allerdings geheim) und es könnte sein, dass er Gartenarbeit mag. Sicher ist jedoch, dass er Lebensläufe nicht ausstehen kann. Und eigentlich hat er auch keinen Spaß an Gartenarbeit. Alles andere an dieser Biographie ist jedoch absolut korrekt. Weiteres zum Autor: www.aleemartinez.com

 

1.Auflage Mai 2008, 4.Auflage Juni 2011, Copyright 2007 A.Lee Martinez, Original : „A nameless Witch“ (was übrigens der passendere Titel ist)

 

4 Widmungen, dann fängt das Buch mit Kapitel 1 auf Seite 7 an. Es endet auf Seite 392 und es folgen noch wenig belanglose Seiten Werbung.







Zum Roman A. Lee Martinez – Eine Hexe mit Geschmack:

 

Unsere „Heldin“ wird untot geboren, da vor Uhrzeiten ein Ahne einen bösen Zauberer zur Strecke brachte und dieser hat mit seinem letzten Atemzug einen schrecklichen Fluch über die Familie gebracht: Jedes sechstgeborene Kind soll eine Hexe mit grenzemlosen Appetit auf Menschenfleisch werden.

 

Nun unsere „Heldin“ -die übrigens den ganzen Roman über namenlos bleiben wird- ist die erste sechstgeborene in den Reihen ihrer Ahnen. Und eine tochte Tochter die schnell hexische Züge trägt, sollte man nicht der Öffentlichkeit präsentieren. Und so verbringt sie ihre ersten Jahre im Keller ihrer Familie, bis sich die Gelegenheit findet die ungeliebte Tochter der grausamen Edna zu verkaufen.

 

Wobei Edna überhaupt nicht grausam zu unserer „Heldin“ ist, sondern sie nur auf- und großzieht und ihr alles beibringt was eine Hexe können und wissen muß. Obwohl der Fluch ihr alles üble mitgegeben hat, ist das fürchterlichste für sie, das sie so gar nicht hexisch aussieht. Im herrkömmlichen Sinne Modelmäßig mit toller Figur, Allabastahaut, wohl geformt und feinem Haar muß sie sich sehr verstellen um hexisch zu wirken.

 

Als Edna eines Tages mit Vorankündigung getötet wird, muß sie sich ihrem Schicksal stellen: Fliehen und in Langeweile sterben, oder versuchen sie zu rächen und vermutlich auf fürchterliche Art und Weise sterben. Klar das sie die Rache wählt.

 

Und so reist sie mit ihrer dämonischen Ente los. Begegnet dem weißen Ritter Wyst aus dem Westen und nachdem eine unbeglaubte Goblin Armee vernichtet wird, muß sie sich dem Oberfiesen Wutwüstzauberer stellen, dem nicht nur der Tod der Hexe ein Wunsch ist, sondern der nichts anderes will als die Welt zu vernichten.

 

Und als wäre das nicht genug weiß unsere Hexe nicht ob sie den aparten Ritter nur sexuell oder auch direkt kannibalisch vernaschen will.....





 

Meine Meinung zu A. Lee Martinez – Eine Hexe mit Geschmack:

 

Klare Sache: Viel Fantasy, viele skurille Figuren, einige verrückte Kämpfe, Freundschaft und ganz viel Liebe machen auch diesen Roman wieder zu einem verrückten Potpouri überquellender Ideen.

 

Doch der Reihe nach. Gerade der Beginn wo unsere Hexe auf ihre Vergangenheit blickt und ganz ehrlich mit uns Lesern umgeht, was ihre Gefühle und Neigungen betrifft, sind die schmunzelnden Überraschungsmomente sehr hoch. Sehr nett, schöne fantasy die nicht weh tut, interessante Erzählung der Situation und Zeit in der sie lebt.

 

Auch als der angekündigte Tod von Edna kommt, erinnert mich das doch an die positiven Fantasy Horror Momente eines Professor Zamorra oder Tony Ballard.

 

Auch der Twist mit ihrer dämonischen Ente und ihrem liebenswürdigen Hexenbesen mit tollen persönlichen Eigenschaften ist schön und herzlich. Richtig drollig wird es als sie den Troll Gwurm rekrutiert. Diese Begegnung ist schon extrem lustig und nett ge- und beschrieben.

 

Als sie dann in das Soldatenlager kommt und sich mit der Superstute von Prostituierte Morgenröte anfreundet, verschwimmt dieser drollige Eindruck. Und als sie dann im Kampf ist und der Autor dann doch relativ deutlich auf das zerstückeln und fressen von menschlichen Körperteilen eingeht, wundere ich mich doch, wie der so sanfte und zarte Beginn so drastisch werden kann. Als Hardcore Leser kann ich diesen Dreh aber noch mit Begeisterung goutieren.

 

Doch auf der anschließenden Reise die mehr als die Hälfte des Romans ausmacht, dann immer mehr die Liebesgeschichte in den Vordergrund gerückt wird, glaub ich fast gar nichts mehr. Ich war mir sicher, das der Autor eine Frau ist. Wenn er nach diesem verheißungsvollen Beginn in die Niederrungen eine klassischen Liebesgeschichte abtaucht.

 

Und so ist dann der finale Twist mit dem Zauberer auch die erwartete Nichtüberraschung. Da muß man sich schon ernsthaft fragen, wer die Zielgruppe des Romans ist.

 

Mit Dinner des Grauens hat mich der Autor eingefangen. Das ist eines der 8 Bücher in meinem Bücherregal, was nicht verschenken/verkaufen werde, sondern nochmals lesen werden. Das Buch hier würde ich auch als gut beschreiben. Aber höchst durchschnittlich. Die ganze Fantasy und Horror Elemente wurden am Anfang eingebaut und die frechen Witze und der schlitzohrige Humor verliert sich ab der Mitte dann deutlich. Schade drum.







Technische Details von A. Lee Martinez – Eine Hexe mit Geschmack:

 

Sex & Drugs: Sex 6x, Schnabelkuss 1x, Stirnkuss 1x, Wangenkuss 3x, Kuss 5x, Halskuss 1x, Augenkuss 1x, Ohrläppchenkuss 1x

 

Getränkeliste: Tee 2x, Wein 1x, Goblinblut 1x, Eberblut 1x, Lieblingswein 1x, Wasser 1x

 

Fortbewegungsmittel: Gwurm 7x, Pferd 10x

 

Leichen: Fuchs 1x, Pferd 1x, Dämonenente 1x, Huhn 1x, Abbilder 5x, Illusion 1x, Eichhörnchen 1x, Chimäre 3x, Gans 2x, Goblin 3x, Fasan 3x, Kaninchen 3x, Dachs 2x, Bär 1x, Mann 5x, Hexe 1x, Magier 1x, Männer&Goblins ca 300







Textprobe von A. Lee Martinez – Eine Hexe mit Geschmack:

 

Dort blieb ich sitzen und versuchte, zu Atem zu kommen. Goblins schmecken sehr gut. Kein Wunder, dass sie sich gegenseitig verschlingen. Ich war versucht zurück zu gehen und mir einen weiteren als Zwischenmahlzeit zu schnappen. Stattdessen biss ich demjenigen, den ich hatte den großen Zeh ab und kaute langsam.







Fazit zu A. Lee Martinez – Eine Hexe mit Geschmack:

 

 

Wenn ein Buch in 2 Tagen gelesen wird hat es viel richtig gemacht. Lustig, kurzweilig, leicht zu lesen, kleine Kapitel, chronologische Erzählweise, viel Fantasy, etwas Horror und viel Romantik. Mir zu viel Romantik. Es ist trotz des reißerischen Titels deutlich mehr Fantasy als Horror. Wer kurzweilige humorgepfalsterte Fantasy könnte hier richtig liegen, aber noch mehr würde ich das Erstlingswerk des Autors empfehlen wollen.

 

Macht aufgrund der Liebesdominanz nur 73 von 100 möglichen Punkten

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