Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt

Kurzweilig lustig verrückt, die Liebesgeschichte zweier Verrückten, die doch so normal wie Du und ich sind. Klingt banal ist aber hezzerreissend schön und lustig umgesetzt.

Aus der Wühlkiste des Penny in Mannheim hatte ich mir noch günstig das Buch „Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion gekauft. Es klang halt recht interessant

 

 

Zum Äußeren von Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt

 

Vorne drauf ein gezeichneter Mann mit Helm auf dem Fahrrad mit einem Blumenstrauß in der Hand. Dazu Autor und Titel, das ganze ist in Lila gehalten.

 

Rückseite: Der Weltbestseller . Don Tillmann sucht die Frau fürs Leben. „Müss pünktlich sein, logisch denken und gerne Fahrrad fahren Wenn sie rauchen, trinken und an Horoskope glauben, ist Ausfüllen des Fragebogens zwecklos.“

 

Als Don Rosie trifft (unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin), entdeckt er : Gefühle haben ihre eigene Logik.

 

„Ein witziger, bewegender, großartiger Roman darüber, worin die eigenen Stärken liegen und wie man mit sich selbst im Einklang sein kann. „ Bill Gates

 

„Frisch, originell, witzig, eine romantische Komödie.“ Schweizer Rundfunk SFR1

 

„Sehr, sehr unterhaltend“ Christine Westermann, WDR Fernsehen

 

www.fischerverlag, ISBN und Preis 9,99 Euro

 

 

 

Zum Innenleben von Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt:

 

Ein Farbfoto des sympathisch aussehenden Autors und dazu sein Kommentar:“ Ein bißchen Don Tillmann steckt doch in uns allen.“

 

Es folgt eine weitere Romanzusammenfassung und ein paar weitere positive Kommentare und dann was zum Autor:

 

Sein erster Roman „Das Rosie-Projekt“ wurde auf Anhieb ein Weltbestseller und in Australien mit dem „Book of the year“ Preis ausgezeichnet. Mit dem Roman „Der Rosie-Effekt“, setzt der Australier Graeme Simsion seine Erfolgsgeschichte fort. Simsion war erfolgreicher IT-Berater, bis er mit dem Schreiben anfing. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Melbourne.

 

8.Auflage Oktober 2015, erschienen bei Fischer TB Februar 2015, eine Widmung und dann fängt das Buch mit Kapitel 1 auf Seite 7 an und endet auf Seite 347. Es folgen 3 Seiten Danksagung und 14 Seiten aus dem Folgeroman. Also sehr wenig Werbung. Danke!

 

 

 

Zum Buch Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt:

 

Don Tillmann ist irgendwie anders. Hochintelligent, hochgradig durchorganisiert, Komplett ohne Empathie, hat faktisch keine Freunde und doch höchst zufrieden mit seinem Leben. Seinem Streben nach einem Plan, nach Ordnung, nach effizienter Ausnutzung der Zeit.

 

Seine Eltern leben mit seinem Bruder in einer anderen Stadt. Er hat einen tollen Job als Genetiker an einer Universität. Seine einzigen sozialen Kontakt sind ein befreundetes Psychologen Ehepaar Gene und Claudia. Während er versucht mit jeder Frau zu schlafen die aus einem anderen Land kommt (und die Weltkarte hat schon reichlich Flaggen) verzeiht Claudia ihm dies offensichtlich.

 

Eines Tages beschließt Don sich eine Frau zu suchen. Damit keine Unordnung in sein Leben kommt, und er auch eine akzeptable Person für Gespräch und mehr sucht, entwirft er einen Fragebogen. Dieser ist allerdings nach menschlichen Ermessen so ausgelegt, das keine lebende Person auf diesem Planeten diesen Kriterien erfüllen kann.

 

Relativ schnell verzweifelt Don und sein Freund Gene trifft für ihn die Vorauswahl und wertet die Fragebögen aus – nicht ohne vorher natürlich mit den Frauen deren Nationalitäten er noch nicht beschlafen hat, auf seiner persönlichen Landkarte abzuhaken.

 

Eines Abends klingelt Rosie bei ihm und relativ schnell erkennt Don, das diese junge Frau eine höchst ungeeignete Partnerin für sein Ehefrauen Projekt ist. Doch sie hat ein Problem: Sie weiß nicht ihren leiblichen Vater. Da Don Genetiker ist und er die Aufgabe herausfordernd findet, schmiedet er mit Rosie das Vater-Projekt. Rosies Mutter hatte auf ihrer Abschlußfeier mit einem der Studenten geschlafen, jetzt müssen Don und Rosie nur alle Männer oder ihre Nachkommen ausfindig machen, eine DNA Probe entnehmen und sie können Rosies Vater bestimmen.

 

Allerdings ist nach so langer Zeit es nicht einfach alle Männer ausfindig zu machen und dann besteht noch das Problem wie man an die DNA herankommen soll. Doch nach und nach kommen beide voran, während Rosie Don immer mehr bewundert, fragt er sich wieso er sich von dieser unqualifizierten Person so aus seinem täglichen Rhythmus bringen läßt, doch die gemeinsamen Abenteuer bringen ihm ...Freude! Ein neues Gefühl.

 

Sie kommen der Spur immer näher, doch Don kann aus seiner Durchorganisierten Rolle nicht heraus und immer wenn Rosie ihn ablenkt, scheint ihm das irrationalerweise zu gefallen. Es scheint nur einen Grund zu geben : Liebe.....!

 

 

 

Meine Meinung zu Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt:

 

 Eine Geschichte die total vorhersehbar ist, eine Liebesromanze, dazu ein Autor der sehr detailverliebt erzählt – und das ist ein Weltbestseller?

 

Erstaunlicherweise ja, weil das alles total romantisch erzählt worden ist. Und wie der Autor so richtig bemerkt: Irgendwo ist doch jeder von uns ein Don Tillmann, bzw ein Don Tillmann steckt doch in uns allen.

 

Und wenn man mal wirklich ganz ernsthaft in sich geht: Na klar, hat Don mit seiner „effizienten“ Lebensweise ganz gewaltig einen an der Waffel. Aber ist sein Freund Gene besser? Der glücklich verheiratet ist, aber jedes Land per einer ausgewählten Frau durchvögeln will? Und das noch stolz mit Fähnchen auf der Weltkarte in seinem Büro markiert? Oder Rosie? Studiert, bekommt nichts auf die Reihe und ist nicht nur umwerfend hübsch (und Single...) sondern auch total liebenswert – vermutlich auch wegen ihrer Macken?

 

Eines meiner großen Themen: Irgendwie sind wir doch alle irgendwo total bekloppt. Und wenn man jetzt mal so einen richtigen Außenseiter wie Don mal von außen beobachten kann und dann sieht wie durch die Magie der Liebe therapiert wird, dann ist das nicht nur schön, sondern gibt einem Hoffnung, das nach jedem Tunnel auch wieder Licht kommt.

 

Und im Gegensatz zu vielen vielen anderen Geschichten ist das ganze so erzählt, das man das durchaus glauben kann und das so was in der Tat auch genauso passieren kann. Im Gegensatz zu so verkitscht unlogischen Geschichten wie „Pretty Woman“ muß hier gar nicht so viel konstruiert werden, sondern es wird höchst pointiert mit viel Verve und Witz die totale Umkremplung in Dons Leben geschildert.

 

Da tut die obligatorische Liebesromanze gar nicht so viel dazu.





Technische Details von Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt:

 

Getränkeliste: Rotwein 2x, Portwein 1x, Schaumwein 1x, Wein 5x, Shiraz 1x, Wasser 2x, Budweiser 1x, Kaffee 9x, Bier 17x, Marsanne 1x, Sambuca 1x, Mudy Water Pinot Noir 1x, Margarita 1x, Wodka-Martini 1x, Klassische Margarita 1x, Cocksuckung Cowboy 1x, Cocktails 11x, Cocktail auf Sahnebasis 10x, Cadillac 3x, Mexican Gold 1x, Freddy Fudpucker 1x, Virgin Colada 1x, Cocktails 143x, Ale 1x, Champagner 4x, Gordo Blanko 1x, doppelter Espresso 2x, Martini 1x, Pinot Gris 1x, Rose-Champagner 1x, Pinot Noir 1x, Koffeinhaltiger Latte 1x, Macchiato mit Magermilch auf Zucker 1x, Chablis 1x, Tequilla 3x

 

Sex & Drugs: Sex 2x, Zigarette 5x, Wangenkuss 1x, Kuss 2x

Rock'n Roll: laute Rockmusik 1x, Rolling Stones Satisfaction 2x, Tanzmusik 3x, Satisfaction von Tanzband 1x, Walzer 1x, Jackson Browne Running on empty 1x, Song von John Sebastian 1x, John Sebastian Darling be home 1x, Bach 1x

 

Leichen: Wachtel 1x, Flunder 1x, Mann 3x, Hummer 1x, Frau 3x

 

Fortbewegungsmittel: Polizeiwagen 1x, E-Train 1x, U-Bahn 7x, Flugzeug 2x, Auto 5x, Taxi 6x, Porsche-Cabrio 3x, Minivan-Taxi 1x, Rollstuhl 1x, Fahrrad 8x





Leseprobe von Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt:

 

Ich nickte in höflicher Zustimmung. Bianca zeigte genau die Charakteristika, nach denen ich suchte. Es bestand eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie perfekt wäre. Aber aus irgendeinem Grund rebellierte mein Instinkt. Vielleicht lag es an der Abstinenzregel. Meine unterschwellige Alkoholsucht verleitete mein Unterbewusstsein, mir Ablehnung gegen einen Menschen zu signalisieren, der mich vom Trinken abhalten würde. Ich musste meinen Instinkt überwinden.





Fazit zu Graeme Simsion - Das Rosie-Projekt:

 

Schräg, schräger, Don Tillmann, das wirkliche Leben. Das schöne am Buch ist die Erkenntniss, das egal wie bekloppt man sich benimmt, es immer Hoffnung gibt, noch verrücktere zu finden. Und selbst wenn das nicht eintrifft, gibt es da noch die Liebe und den Spaß im und am Leben. Eine poetisch lustige Hommage an die Liebe. Klingt kitschig, ist aber einfach nur schön.

 

 

94 von 100 möglichen Punkten 

 

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