Hans-Peter Boer - Kuchentage

Für Leute die Regionalkrimis, hier insbesondere Münster, mögen. Sehr behäbig, sehr kuschelig, ohne Drive, dafür mit einer Überraschung die mich persönlich auch nicht das Gähnen versperrt hat

Neulich hat meine Schwiegermutter das Harcoverbuch Kuchentage von Hans-Peter Boer mitgebracht. Und meine Frau hat nach über einem Jahr noch mal ein Buch angefasst und es gelesen. Nun gut, da habe ich es mir auch mal gegönnt und stell es jetzt vor.





Zum Äußeren von Hans-Peter Boer – Kuchentage

 

Vorne drauf ein schönes Bild einer antiken Uhr, dazu Autor, Titel, Kommissar Kattenstroths dritter Fall und Der Land-Kommissar

 

Rückseite: Ein Mann liegt erschlagen in der Weihnachtskrippe auf einem Hof in Rechterfeld. Wahrlich kein Akt der Nächstenliebe, sondern grausamer Mord. Das Opfer: ein scheinbar geachtetes Mitglied der Bauernschaft. Das Tatwerkzeug: eine Eierkuchenzange. Zusammen mit Assistentin Eilers macht sich Kattenstroth an die Aufklärung seines dritten Falls.

 

Zunächst erscheint die Sachlage eindeutig, aber Kattenstroth zweifelt. Seine Ermittlungen führen ihn in längst vergessene Zeiten. Erschüttert muß er feststellen, dass sich hinter der Fassade ländlicher Traditionen und einer Mauer beharrlicher Verschwiegenheit Ungeheuerliches hat ereignen können....

 

ISBN Nummer





Zum Innenleben:

 

Ein Gedicht von Heinrich Heine, dann beginnt das Buch mit Kapitel 1 auf Seite 5 und endet auf Seite 180.

 

Aus dem Landwirtschafts Verlag Münster, Titelbild: Heike Gütting, Münster

 

Werbung für die beiden ersten Bände die 14,95 Euro kosten, das dürfte wohl auch der Preis hierfür gewesen sein.





Zum Roman Hans-Peter Boer – Kuchentage:

 

Der Roman fängt mit einer Jagd an. Der hiesige Staatsanwalt macht mit wenig Begeisterung mit. Der Tiefpunkt wird erreicht als er in einen Graben fällt. Glücklicherweise hilft ihm jemand.

 

Keine 24 Stunden wird er seinen Retter beruflich wieder sehen: Öhm Theddo vom Hof der Lütke Dreischkamp war es der ihm geholfen hatte und der just mit einer Kuchenzange erschlagen wurde. So liegt er in der Weihnachtskrippe drapiert und Kommissar Kattenstroth kann mit seiner bezaubernden Kollegin Katrin Eilers mit den Ermittlungen beginnen.

 

Wer könnte ein Motiv haben, den Öhm so brutal zu erschlagen? Es finden sich keine hilfreichen Spuren, doch Kattenstroth entdeckt, das der Öhm hobbymäßig Metall bearbeitet hat und genau die Stangen die in seinem Schuppen gefunden wurden, hatten letztes Jahr großen Sachschaden verursacht und hätten durchaus auch Menschen verletzen können.

 

Die erste Spur. Aber Kattenstroth glaubt noch nicht so richtig daran, so das er in der Vergangenheit sucht und der gute beliebte Öhm Theddo hat so gar keine weiße Weste, sondern in der Jugend so einiges angestellt, was ihn mehr als unbeliebt gemacht hat....





Meine Meinung zu Hans-Peter Boer – Kuchentage:

 

Uff was für ein einschläferndes Werk. Die Kommissare fahren, trinken Tee, reden ein bißchen, fahren, halten ein Meeting, fahren, trinken Tee, reden ein bißchen und so geht das ganze gut 250 Seiten. Aber ok ich bin definitiv nicht Zielgruppe.

 

Man merkt das die Zielgruppe Senioren aus dem Umkreis von Münster sind und da dürfte es ja genug geben, die diesen gemächlichen Ermittlungsstil im Umkreis von Münster mögen.

Für mich fehlte leider von der ersten Seite an überhaupt sowas, was man als Spannung bezeichnen könnte. Auch der Humor, sofern er denn wirklich ernsthaft versucht worden sein sollte, war ja dann eher für Dalli Dalli Zuschauer (was ja zumindest damals Erfolg hatte, aber auch da war ich nicht Zielgruppe).

 

Den Schwerpunkt hat der Autor dann auf das zwischenmenschliche gelegt, ohne in die Tiefen zu gehen. Dieses Rumgemenschel ist dann für einen Menschen komplett ohne Empathie dann der Tropfen der das Faß zum überlaufen brachte.

 

Es bleibt kein Weihnachtsklischee aus und das früher auch nicht alles besser war, sondern das es schon immer Schweine gab (und natürlich heute noch gibt) ist ja nicht wirklich eine umwerfend neue Erkenntnis.

 

Das dann ausgerechnet Kommissar Zufall den Durchbruch bringt, Kattenstroth ein intimes (aber wenig wichtiges Gespräch) für sich behält, was dann den Weg zur richtigen Lösung führte, sind dann die obligatorischen Sinn- und Logikbefreiten Nichtaufreger für die eher senile Zielgruppe. Aber das klingt jetzt böser als es ist: Ich war auch nie Derrick Fan, aber der hat ja Fans auf der ganzen Welt, vielleicht versteh ich auch einfach diese Art von „Krimi“ nicht.

 

Im Anschluß kommen die „technischen Details“ und seit ich mit der Aufzeichnung dieser Details angefangen habe, hat sich ein Trend klar herauskristallisiert: Desto mehr Wert auf diese Details gelegt wurde, desto weniger Handlung hat der Roman.





Technische Details:

 

Getränkeliste: alkoholfreies Bier 1x, Bier 2x, Cote du Rhone 1x, Espresso 3x, Kaffee 6x, Weihnachtstee 1x, Champagner 2x, Jahresabschluss-Kaffee 1x, Schaumwein 1x, Sekt 1x, vorzüglicher Wein 1x, Acqua Minerale 1x, wunderbarer Tee 1x, Schnaps 1x, Cognac 1x, Quittenbrand 1x, Rieslinge 3x, Mineralwasser 1x, Cappuccino 1x

 

Sex&Drugs: holländische Zigarillo 1x, Zigarette 1x,

Vergewaltigung 2x, Olifant-Zigarillo 1x

 

Rock'n Roll: Musik aus Radio 1x, Champagner-Galopp 1x, Live-Musik 1x, Konzert der Wiener Philharmoniker 1x, barocke Orchestermusik 1x, Konzert in Neue Philharmonie Westfalen 1x, In Dulci Jubilo vom Glockenspiel der Münsteraner Kathetrale 1x, Concerto Crosso von Sammartini 1x, altes englisches Reihenlied in Royal Albert Hall 1x, amerikanisches Weihnachtslied 1x, englische Weihnachtsmusik 1x, Kattenstroth pfeift und summt altes englisches Reihenmusik

 

Leichen: Fötus 1x, Frau 2x, Rehbock 1x, Mann 6x, Bache 1x, Wildschweine 5x, Fasane 5x, Hasen 5x, Rehe 5x

 

Fortbewegungsmittel: Trockner bespannter Anhänger 1x, Auto 22x, Dienstwagen 6x, Bulli 2x, Kleiner Corsa 1x, Kutsche 3x, silbernes Auto 1x, Wagen 8x, Flugzeug 1x, Zug 1x, Mercedes 1x, Pony 1x, großer Jeep mit Anhänger 1x, 4rädriger Rollstuhl mit Elektroantrieb 1x, Fahrrad 1x, Taxi 1x, Krankenwagen 1x, größerer Wagen 1x





Fazit zu Hans-Peter Boer – Kuchentage:

 

Gemächlicher Land-Krimi für vermutlich Senioren aus der Region. Für mich daher nicht eine Empfehlung.

 

Für mich als Krimi Fan daher nur 27 von 100 möglichen Punkten und keine Lese-Empfehlung (es sei denn als Hilfe beim einschlafen)

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0