Alles steht Kopf (2D)

Pixar steht für Familienfilm. Freude & Tränen und am Ende Heile Welt. Das machen die meistens ganz lustig. Hier ist es auch unerhaltsam, aber für mich war das ganze zu verkopft. Die Reaktion im Kino unterstützt diese Theorie. Dafür war das ganze noch bunter als bunt, so das sich zumindest die ganz kleinen an den ganz dollen Farben ganz doll erfreuen konnten.

Das Wetter läßt so langsam nach, also Zeit noch mal ins Kino zu gehen. Zu sehen gab es am 11.10.2015 um 15.55 Uhr den neuen Pixar Film Alles steht Kopf für relativ günstige 5,90 Euro pro Person (2 Erwachsene, 1 Kind 5 Jahre) im Cinemaxx zu Mannheim.





Vorfilm von Alles steht Kopf (2D):


Wie bei Pixar üblich gab es ein Vorfilm. Dieses mal war es ein drolliges trauriges Lied von einem Vulkan einsam im Meer der sich nach einem weiblichen Pendant sehnt und immer mehr im Meer versinkt. Das ganze wird als trauriges Liedchen nur von einer Ukulelle begleitet vorgetragen. Als dann endlich ein Vulkan sich aus dem Meer erhebt, versinkt unser trauriger Vulkan. Doch da sie sein sehnsuchtsvolles Liedchen singt, erhebt er sich wieder aus dem Meer und wenn sie nicht gestorben sind, verströmen sie Lava auch noch heute.





Zum Hauptfilm von Alles steht Kopf (2D):


Ein Kind wird geboren und es erblickt zum ersten mal seine Eltern. Riley ist schon als Baby ein fröhliches Mädchen. Kein Wunder das in ihrem Kopf -hier Emotionszentrale benannt- schnell die Emotion Freude das Hauptruder führt.


Schon kurz nach der Geburt haben sich außerdem noch Kummer, Ekel, Wut und Angst in ihrem Emotionszentrum manifestiert. Jede Emotion die Riley widerfährt wird in einer Gedächtniskugel gespeichert. Jeden Tag werden diese Kugeln weitergespeichert, bis von Zeit zu Zeit weniger wichtige Erinnerungen „gelöscht“ werden und wirklich wichtige Erinnerungen in einen sogenannten Kernerinnerungstopf gespeichert werden.


Da gerade die Emotion Freude sich so sehr um Riley bemüht, wird sie schnell ein sehr beliebtes und fröhliches Mädchen und wenn sie nicht gestorben ist... doch halt ein Umzug kommt dazwischen!


Mit 11 Jahren zieht es die kleine Familie nach San Francisco und die Emotionen in der Zentrale bekommen ganz schön Arbeit. Besonders Kummer bekommt mehr und mehr zu tun.


Doch jetzt so einiges durcheinander. Mehr aus Versehen verändert Kummer freudige Erinnerungen in ihre blauen Kummererinnerungen. Beim Versuch die Kugeln zu retten und zu fangen werden wieder mehr aus Versehen Freude und Kummer ins Langzeitgedächtnis gesaugt.


Jetzt müssen die beide möglichst schnell in die Kommandozentrale zurück, da die anderen 3 Emotionen Riley nicht glücklich machen können....







Meine Meinung zu Alles steht Kopf (2D):



Der Vorfilm ist für mich wie fast immer der Hammer. Todtraurig und Zuckersüß zugleich. Phantasievoll, melancholisch und doch träumerisch schön. That's it.


Der Hauptfilm. Wie sagte ein Kritiker so schön? Neben Toy Story 3 der bislang überzeugendste Film von Pixar. OK ich seh es komplett anders. Toy Story 3 hat mir wegen seiner Machart für eine eher erwachsenen Zielgruppe so gar nicht gefallen. Und Alles steht Kopf haut in meinen Augen in die gleiche Kerbe. Da sich der Film offensichtlich nicht entscheiden kann, ob er nun für Kinder oder für Erwachsene sein soll, baut er die Logik für Erwachsene auf und die Optik für Kinder.


Natürlich ist das Ganze top inszeniert. Coole Ideen und wissenschaftlich sauber eruiert. Natürlich ist Riley auch süß inszeniert, aber irgendwie fehlt diesem Film komplett der eher böse Part.


Was sich für mich wie ein roter Faden durch den ganzen Film zog war das Verständnis, das sich meines Erachtens für die Angebliche Hauptzielgruppe bis 10 Jahre das ganze nicht selbsterklärend war. Um diesen kognitiven Mangel auszumerzen, wird alles unglaublich quitschbunt angepinselt.


Für mich war das somit leider bislang der schlechteste Pixar Film. Total verkopft und über wissenschaftlich bemüht. Natürlich war das ganze unterhaltsam für alle. Aber auch akkustisch erreichte dieser Film die Kinosääle nicht die Lacher der bisherigen Pixarfilme. Für mich auch der Tatsache geschuldet, das gerade die sehr vielen sehr kleinen Zuschauer gar nicht gerafft haben, was da gerade passiert. Und nur quitschbunt ist nicht zwangsläufig lustig.


Natürlich wäre es schön, wenn man den Kids so mal erklärt was im Kopf vorgeht, bzw vorgehen könnte, vermutlich fühlen sich viele Erwachsene auch davon inspiriert mehr Freude-Kugeln sammeln zu wollen, aber zusammengefasst ist das in meinen Augen kein Thema für einen kompletten Familien-Film mit Kleinkinderanspruch.





Technische Details von Alles steht Kopf (2D):


http://filme.disney.de/alles-steht-kopf)


USA 2015, Animationsfilm


Premiere 18.05.2015, Kinostart USA 19.06.2015, Kinostart D: 01.10.2015


Einspiel bislang 818 Millionen was schon jetzt Platz 48 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten ausmacht


Regie: Pete Docter *10.8.68 Minnesota hat schon für Toy Story I 1995 und Toy Story II 1998 das Drehbuch geschrieben, 2001 Monster AG Regie+Drehbuch, 2008 Wall E Drehbuch, 2009 Oben Regie+Drehbuch. Er war insgesamt 5x für den Oscar nominiert





Fazit zu Alles steht Kopf (2D):


Bunt, lieb und süß wie immer. Ich fand das allerdings zu verkopft und viel zu bunt. Zu Erwachsen für die Kleinen, zu bunt für die Großen. Eine kurzweilige Unterhaltung, aber neben Toy Story 3 für mich der bislang der zweite Pixar Film den ich mir nicht noch mal anzuschauen brauche.


Das gibt für mich 73 von 100 möglichen Punkten

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