Minette Walters - Dunkle Kammern

Eine junge Frau ohne Gedächtnis. Ein totes Paar tot im Wald. Eine verzwickte Suche nach dem was passiert ist. Walters kann von der ersten bis zur letzten Seite -trotz Kammerspielcharakter- die Spannung hoch halten. Und behält fürs Ende sogar noch eine Überraschung übrig.

Ein weiteres Buch aus dem Bücherschrank des Luisenparks zu Mannheim ist von Minette Walters und heißt Dunkle Kammern.



Zum Äußeren von Minette Walters – Dunkle Kammern


Vorne drauf in blau gehalten der Blick in einen Raum wo eine extrem scharfe nackte junge Frau uns ihren knackigen Po zeigt. Dazu Autor, Titel, Roman und der Verlag Goldmann.


Rückseite: Als die Fotografin Jinx Kingsley aus ihrer tiefen Bewußtlosigkeit erwacht, kann sie sich an die letzten Wochen ihres Lebens nicht mehr erinnern. Sie befindet sich in einer Klinik in Salisbury, in die sie eingeliefert wurde, nachdem man sie aus einem völlig zertrümmerten Auto geborgen hat. Alle Umstände deuten auf einen Selbstmordversuch hin, doch Jinx kann nicht glauben, daß sie ihrem Leben ein Ende setzen wollte. Verzweifelt versucht sie, in die dunklen Kammern ihres Bewußtseins vorzudringen, um die dort verborgene Wahrheit ans Licht zu bringen. Je tiefer sie jedoch in ihre Erinnerungen eintaucht desto deutlicher spürt sie, daß sie einen alptraumhaften Geheimnis auf der Spur ist....


„Dieses mit stilistischer Bravour geschriebene literarischer Krimi sollte am besten in einem Rutsch verschlungen werden.“ Der Spiegel, ISBN Nummer, Barcode und Preis 16,90 DM





Zum Innenleben von Minette Walters – Dunkle Kammern:


Eine weitere Buchzusammenfassung und dann was zur Autorin: Minette Walters arbeitete lange als Redakteurin in London, bevor sie Schriftstellerin wurde. Seit ihrem Debüt -Im Eishaus- das 1994 auf deutsch veröffentlicht wurde, zählt sie zu den Lieblingsautorinnen von Millionen Leserinnen und Lesern in aller Welt. Alle ihre bisher erschienen Romane wurden mit wichtigen internationalen Preisen ausgezeichnet. Minette Walthers lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Hampshire England.


Original „The dark Room“, Genehmigte Taschenbuchausgabe 11/98, Copyright der Originalausgabe 1985, 2 Vorworte, auf der ersten Seite ist ein Kalenderblatt vom Mai und Juni 1994, dann beginnt der Roman mit einem Prolog auf Seite 9 und endet nach einem Epilog auf Seite 512






Zum Roman Minette Walters – Dunkle Kammern:


Jinx Kingsley landet nach einem Selbstmordversuch in einer Klinik. Sie kann sich an nichts erinnern. Wir Leser erfahren, das Ihr Ex-Verlobter und ihre besten Freundin lange vor ihrer geplanten Hochzeit ein Verhältnis hatten. Jinx und Leo wollten heiraten, doch auf einmal hat Leo Jinx eröffnet das er doch lieber Meg heiraten will.


Ebenfalls erfahren wir Leser das Jinx darüber gar nicht so unfroh war, weil sie nicht wirklich heiraten wollte. Doch der Mord war äußerst brutal. Die beiden wurden tot in einem Auto aufgefunden, die Gesichter mit einem Vorschlaghammer eingeschlagen. Doch das weiß Jinx noch alles nicht, da sie kein Gedächtnis hat, doch nach und nach kommt es zurück. Und sie „sieht“ Blut, sie sieht eine bettelnde Meg.


10 Jahre zuvor gab es schon mal einen Mord. Russel, der Mann von Jinx, wurde von einem Mörder mit einem Vorschlaghammer ins Gesicht zu Tode geprügelt. Natürlich sieht die Polizei die Ähnlichkeiten und wie damals ist und bleibt Jinx mit ihrem Vater Adam die Hauptverdächtige.


Adam ist ein Großindustrieller Multimillionär mit verbrecherischer Vergangenheit. Er hat genau wie Jinx gute Gründe für den Mord an Russel, sowie die aktuellen beiden Morde. Doch es gibt weitere Verdächtige.


Und da gibt es noch den Irren Sadisten der abgetackelte Prostituierte fast zu Tode prügelt oder sie mit einer Haarbürste so lange anal zusetzt, das diese fast sterben.


Und es gibt für nichts Beweise, keiner weiß was. Und Jinx tappt absolut im Dunklen. Nur in einem ist sie sich sicher: Sie würde sich niemals selbst umbringen.


Doch was steckt hinter all den Geschehnissen....?





Meine Meinung zu Minette Walters – Dunkle Kammern:


Ich hatte schon mal ein Buch von der Walters gelesen und das war mir positiv in Erinnerung. Das schon mal vorab: Das hier wird mir auch sehr positiv in Erinnerung bleiben. Spannend von der ersten Seite an. Logisch in der Reihenfolge. Viele fiese Finten und ein Ende was kein Ende und dennoch absolut gelungen ist. Große Klasse, ich verbeuge mich schonmal.


Doch der Reihe nach. Und genau das ist der erste Punkt. Ich liebe Romane die chronologisch erzählen und nicht ständig in der Zeit springen. Bei einem Buch wo eine Frau ihr Gedächtnis nach und nach wieder findet kommt automatisch der eine oder andere Zeitsprung vor. Zumal hier auch der brutale erste Mord 10 Jahre vorher ein zentrales Thema wird. Umso faszinierender das Walters es dennoch schafft, alles absolut chronologisch zu erzählen.


Die Art des Schreibens ist ebenfalls ungewöhnlich. Und zwar ungewöhnlich gut. Meistens ist es ein normaler Roman. Doch zwischendurch listet sie Notizen von Protagonisten auf. Oder sie bringt Zeitungsausschnitte. Das lockert unheimlich auf. Ist stilistisch sensationell gemacht. Hält einen wirklich an der Stange und ich kann dem Spiegel nur recht geben: Hier sollte man dran bleiben.


Was nicht zuletzt auch deswegen Sinn macht, da Walters einige Personen (ca 10) einführt. Die alle relativ zentral sind, da wird es schwierig den Überblick zu behalten, dennoch kann man dem Roman sehr gut folgen und auch das ist ein Kunststück was wenigen Autoren so scheinbar federleicht gelingt.


Doch was nutzt das alles, wenn der Roman Rotz ist? Nichts. Ist der Roman aber nicht. Er ist von der ersten Seite an hochspannend. Man kann relativ mühelos der Handlung folgen. Und es bleibt das Gefühl das nur Jinx oder Adam der Täter sein kann. Klar kommen ein paar Finten, aber die Hauptverdächtigen bleiben. Durch die Gespräche mit dem Klinikleiter kommt Jinx nach und nach näher zu ihrem Gedächtnis. Doch auf einmal wird ein Mordanschlag auf den Leiter ausgeübt und er ist sich fast sicher, das er Jinx gesehen hat....


Für uns Leser bleibt vieles im Dunklen, auch wenn wir die Gedanken von Jinx lesen können, wir erfahren was in der Vergangenheit passiert ist, erfahren was die Polizei ermittelt und dennoch wird auch für uns Leser kaum Licht ins Dunkle kommen und eines tun sie bitte nicht: Den Epilog vor dem Roman lesen, denn der hat es nochmal so richtig in sich.....





********SPOILER********SPOILER********SPOILER*********SPOILER**********SPOILER: Es ist faktisch nicht möglich den oder die Tätger zu identifizieren. Der alte Mord an Russel kann von der Logik nur von Adam ausgeführt worden sein. Doch auch das wird im Nebel bleiben und nicht gelöst. Für den aktuellen Mord an Leo und Meg wird Simon Harris -der Bruder von Meg- als Mörder per Abschiedsbrief und Selbstmord „überführt“. Allerdings bleiben Rätsel: Konnte keiner was von seiner bizarren Persönlichkeit was ahnen? Wieso war Blut auf dem Abschiedsbrief? Ist es nicht sehr wahrscheinlich das Jinx die Mörderin war und sie ihren Vater beauftragt hat, quasi wie „damals“ einen Auftragsmörder zu Simon zu schicken, die diesem einen Abschiedsbrief einprügeln um ihn dann nach Selbstmörderart umzubringen? Es ist halt auch nicht nachvollziehbar das er es gewesen sein soll, da wir ja auch seine Gedanken und seine Gespräche mit seinem Vater „gelesen“ haben. Auf der anderen Seite: Wieso sollte Jinx die Selbstmordversuche gemacht haben? Nur Ablenkungsmanöver? Es gibt also einige Beweise für Simon, einige für Simon, aber die meisten für Adam. Und doch wird am Ende nur das Beweisbare in die Akten eingehen und die führen halt zu Simon.

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Technische Details:


Getränkeliste: Wein 1x, Gin 1x, Schwarzer Kaffee 1x, Bier 3x, GinTonic 1x, Cola mit doppelten Rum 1x, Tee 3x, Rioja 1x, Wasser 1x, Kaffee 1x,


Sex, Dgus & Rock'n Roll: Sex 4x, Zigarette 28x, rektale Vergewaltigung mit einer Haarbürste 2x, Wangenkuss 1x,


Leichen: Mann 7x, Frau 5x, Fuchs 1x, Familie 1x, Fötus 2x


Fortbewegungsmittel: Auto 4x, Schwarzer Rover Cabriolet 2x, Rolls-Royce 1x, dunkelgrüner Ford Sierra 1x, Mercedes Cabriolet 1x, Krankenwagen 1x, Taxi 2x, Wolseley 1x, Schiff 1x




Leseprobe:


Er zuckte mit den Achseln. „Wenn sie meinen Eindruck wissen wollen – Sie sind so leicht nicht kleinzukriegen.“ Er beugte sich vor uns musterte ihr Gesicht aufmerksam. „Ich habe gewisse Schwierigkeiten, diese robuste Selbstsicherheit, die Sie an den Tag legen, mit dem Bild der gebrochenen, verletzlichen Frau in Einklang zu bringen, das die Polizei mir von ihnen gemalt hat.“





Fazit zu Minette Walters – Dunkle Kammern:


Es bleibt dabei: Desto kürzer die technischen Details, desto mehr Inhalt (also in der Regel Qualität) hat der Roman. Genau das ist der Fall. Chronologisch erzählt und dennoch mit elementaren Rückblenden, viele Personen und dennoch die Übersicht. Eine spannende Reise auf der Suche nach der Wahrheit mit einer Lösung mit der so sicherlich keiner rechnet. Man kann es kurz machen, die Minette Walters hat mal wieder einen brillanten relativ blutleeren Krimi abgeliefert der von der ersten bis zur letzte Seite fesselt, also Spaß macht. Großes Kino


Macht gut und gerne 96 von 100 möglichen Punkten

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