Catherine Sampson - Furchtlos

Wo Thriller draufsteht und Frauenkrimi drin ist, sollte man keine zu hohe Erwartungen an Logik oder Spannung stellen. Wer sich aber gerne sanft feminin berieseln läßt, könnte hier fündig werden.

Aus dem Bücherschrank im Luisenpark zu Mannheim habe ich Catherine Thompson mit Furchtlos dieses mal mitgenommen. Meistens auf dem Friedhof in der Nähe des Kindergartens meiner Tochter gelesen und jetzt rezensiert.



Zum Äußeren von Catherine Sampson – Furchtlos


Vorne drauf ist eine Straßenansicht bei Nacht dazu Autor, Titel, Thriller und Verlag Kindler


Rückseite: Ahnungslosigkeit kann ein Segen sein – und die Wahrheit die Hölle.


Als die furchtlose Kriegsreporterin Melanie Jacobs eines Tages spurlos verschwinden, ist die engagierte Journalistin Robin Ballantyne überzeugt, dass ihrer Kollegin etwas zugestoßen ist. Sie geht der Sache nach, muss aber bald feststellen, dass ihre Vorgesetzten den Fall lieber unter Verschluss hielten. Nicht einmal ihr Freund, Detective Chief Inspector Finney, scheint ihr zu glauben. Dabei könnte Robin seine Unterstützung gut gebrauchen. Denn auch in ihrem Privatleben geht es turbulent zu: Ihre Mutter benimmt sich wie ein verliebter Teenager, ihr krimineller Vater ist aus heiterem Himmel wieder aufgetaucht – auf der Suche nach einem Unterschlupf-, und es erscheint Robin leichter, einen Sack flöhe zu hüten als alleinerziehende Mutter ihrer kleinen Zwillinge zu sein. Dann verschwindet ein Kind, und eine Leiche wird gefunden. Als Robin brutal überfallen wird, ahnt sie, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, das Puzzle zusammenzufügen.




Zum Innenleben von Catherine Sampson – Furchtlos:


Im Innenklappcover eine weitere völlig überflüssige Inhaltsangabe.


Das Original erschien 2005 als „Out of Mind“ in London, 1.Auflage Januar 2007


Eine Widmung dann beginnt das Buch mit einem Prolog auf Seite 7 und es endet nach einem Epilog auf Seite 363. Eine Danksagung, das war es.


Im Heckklappcover ein schwarzweiß Foto der Autorin und folgende Infos: Catherine Simpson arbeitete als Korrespondentin für die Times in China und schreibt heute für die Vogue und den Economist. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Peking. „Merken Sie sich ihren Namen schrieb die englische Zeitschrift Booklist, sie ist eine der größten Thriller Autorinnen“. Furchtlos ist nach „In einer hellen Sommernacht“ ihr zweiter Roman mit der eigenwilligen Heldin Robin Ballantyne




Zum Roman Catherine Sampson – Furchtlos:


Tja eigentlich muß man ja nur den Teaser auf der Rückseite des Buches lesen, denn dort steht ja alles was bis Seite 330 von 360 passiert....


Aber ok ich erzähle es gerne noch einmal: Im Prolog lesen wir wie eine junge Frau aus Angst flieht, den Verfolger im Nacken spürt, der sie auf einmal packt.


Im Roman selbst erfahren wir das die Kriegsreporterin Melanie Jacobsen auf einem Übungsplatz spurlos verschwunden ist. Die Journalistin Robin Ballantyne ist von dem Fall fasziniert. Viele lose Ende, viele Spuren und doch keine Spur von Melanie.


Schnell führt sie jedoch eine Spur zu Mike Darling. Er kannte Melanie hat dies aber bei der Polizei geleugnet. Was weiß dieser Ex-Söldner? Was passierte damals im gemeinsamen Einsatz in Afghanistan?


Aber desto näher sie der Spur kommt, desto mehr werden ihr Steine in den Weg gelegt. Ihr Vorgesetzter pfeift sie zurück. Die Polizei hält sie auf Distanz, Mike Darling wird aggresiv, in was für ein Wespennest hat sie da gestochen?


Zu allem Überfluß spannt sich ihre Beziehung zu ihrem Freund an, dessen Ex auftaucht, sie macht eine Reise die alles komplizierter macht, sie vernachlässigt ihre Zwillinge und das dunkle Geheimnis von Melanie scheint immer stärker in ihr Privatleben zu leuchten, bis sie sogar selbst bedroht wird....




Meine Meinung zu Catherine Sampson – Furchtlos:


Das Buch fing sehr spannend im Prolog an. Der Roman selbst baute ein interessantes Sujet auf (schreibt man das so?). Doch relativ schnell wird aus einem spannenden Thriller ein handelsüblicher Frauenkrimi:


Die Mutter die natürlich ständig ihre Kinder vernachlässigt und das als mindestens so schlimm ansieht, wie das Schicksal der vermutlich toten Melanie. Dann natürlich die Freundes- und Liebesverwirrungen mit ihrem On/Off Lover.


Dann werden natürlich ein paar Leutchen in die Handlung eingeführt die natürlich alle suspekt sind. Ein unheimlicher Ex-Söldner wird zum Hauptverdächtigen erkoren und ich glaube ich verrate kein Geheimnis wenn das ominöse Foto um das sich rund 50 Seiten drehen, die Handlung später auflösen wird.


Tja so tappert sie sich dann so vorwärts und belämmert Mike und Kes Familie, ihren Lover, nutzt den durch einen Unfall um ein Bein gebrachten Justin für ihre Informationen schamlos aus. Ebenso ihre Beziehungen zur Polizei. Dazu entschuldigt sie sich gefühlte Trillionen Mal bei ihrer Babysitterin, das sie die Kinder so oft bei ihr läßt, bis zur legendären Situation, das die Babysitterin sagt, das die Kinder schon Mutter zu ihr sagen.


Richtig doof wird es dann gegen Ende wo wir dann doch längst alle kapiert haben, was die Fährten bedeuten, jeder halbwegs Krimileser ist schon weit in der Täterfindung, aber die Logigketten rund um die Fähigkeiten des vermeintlichen Mörders und die komplett überflüssige Kindesentführung scheinen einfach den Roman noch was aufgeblasen zu haben.


Ich denke von der Grundveranlagung hätte es was werden können, aber die seichte weiche Handschrift und die klare Adressierung an ältere Frauen mit Vorliebe für Melissentees haben das Buch dann so aufgeweicht und sinnentleert, das man dann doch froh ist wenn es vorbei ist. Was die Story um ihren Vater und seiner „Kriminellen“ Vergangenheit noch sollte weiß ich nicht. Ich befürchte fast, das es als lustiges Tupferl gemeint war. Schade drum




Spoiler zu Catherine Sampson – Furchtlos

 

*******SPOILER********SPOILER********SPOILER********SPOILER*************Spoiler: Jeder der schon mal einen Krimi gelesen hat, weiß das der Hauptverdächtige natürlich nicht der Täter ist. Hier ist er entsprechend unsympathisch genug, das man ihn sogar als Opfer in Betracht ziehen muß, die er dann auch ist. Das sein bester Kumpel Kes der Täter ist und ihn sogar später selbst das Leben vergällt, natürlich er schon seine Frau bestäubt, verzeiht man noch fast. Das dieser Elite Killer aber sich so dilletantisch bei den versuchten Morden unserer Hauptprotagonisten sich anstellt macht die unglaubliche Story zu einer extrem doofen und extrem gewollten Story die ich mir kaum dämlicher hätte ausdenken können.SPOILER*

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Technische Details von Catherine Sampson – Furchtlos:


Getränkeliste: durchsichtiger Tee 1x, Bier 3x, Anchor-Bier 1x, Wodka 1x, Kaffee 7x, Wein 1x, Champagner 4x, Drink 1x, Wasser 1x, Tee 3x, Pinot-Grigio 2x, Saft 1x, lauwarmer Kaffee 1x, Leitungswasser 1x


Sex, Drugs & Rock'n Roll: Kuss 11x, Wangenkuss 5x, Stirnkuss 2x, Zigarette 2x, Sex 4x


Leichen: Frau 6x, Mann 10x, Kind 3x, Soldaten 4x, Menschen 10x


Fortbewegungsmittel: Taxi 3x, Flugzeug 14x, Auto 18x, Aufzug 1x, Jeep 1x, Landrover 1x, grüner Mini 2x, Metro 1x, weißer SUV 1x




Textauszug:


Als ich nach hause kam, war es bereits spät, und die Kinder lagen schon im Bett. Ich hörte meinen Anrufbeantworter ab. Eine Nachricht von Maeve. Sie kochte derart vor Zorn, dass ich dachte, der Apparat würde in Flammen aufgehen.




Fazit zu Catherine Sampson – Furchtlos:


Gut gedacht, schlecht gemacht. Was als Thriller anfängt und dann in einen seichten Frauenkrimi mit arg konstruiertem fadenscheinigen unglaubwürdigen Story überwechselt, kann ich leider nicht empfehlen.


Für so einen Freak wie mich waren das gut gemeinte 48 von 100 möglichen Punkten. Echte Frauen würden das vielleicht besser empfinden








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