Hotel Montana, Port-Au-Prince (Haiti)

Für so ein armes Land ganz schön großspurig. Wer es etwas mondän mag und Großfamilienmäßig unterwegs ist, sollte das für dieses Land und Region ein Muß sein. Viele Vip's garantiert

Die letzten Tage nach dem Abholen aus dem Kinderheim haben wir uns entschlossen, außerhalb des Heims aufzuhalten. Die Heimleiterin fuhr mit uns zum Hotel Montana, welches das mitgereiste Abholpaar ausgewählt hatte.



Buchung im Hotel Montana, Port-Au-Prince, Haiti:


Wie erwähnt waren wir zu acht vor Ort um uns das anzusehen. 2X Eltern, die 3 Kinder und die Heimleiterin. 300 Dollar sollte das Zimmer kosten, wir wollten schon umkehren, aber die Heimleiterin meinte wir sollten uns zumindest das Zimmer ansehen. Das haben wir auch getan. Es war eine Suite im ersten Geschoß und hat locker Platz für 2 Familien nebst Kinder. Also nur 150 Dollar pro Paar, was wir dann gerade noch so akzeptabel fanden. Vor dem Check In haben wir dann eine Kreditkarte hinterlegt.






Anreise:


Wie alle Reisen innerhalb von Port-au-Prince sehr beschwerlich. Man muß durch die ganze Stadt. Stau ist immer. Die Straßen sind größtenteils noch immer in einem Erbarmungswürdigen Zustand. Das Hotel liegt wunderbar gelegen oben auf einem Berg, so das man zwar ein phantastisches Panorama hat, aber auch einige sehr steile, enge und vollgestopfte Straßen meistern muß.




Check-In


Zwei Tage später kommen wir wieder und aus den 300 Dollar sind auf einmal 340 Dollar geworden. Man ist geneigt zu sagen: Typisch Haitianisch. Da wir natürlich mit den Kindern jetzt nicht mehr umkehren, haben wir es zähneknirschend hingenommen. Ein Page trägt das Gepäck zum Zimmer und bekommt natürlich sein Trinkgeld. Da war meine Frau allerdings cool. Da allerdings einige Angestellte das Zimmer noch herrichteten und auch noch die Kinderbetten wie abgesprochen aufstellen bzw. aufstellen wollten, hat meine Frau einem Pagen 5 Dollar gegeben und das wäre für alle die da rumwuselten. Aber darauf konnte (bzw. wollte) er nicht wechseln und meinte wir sollten allen 5 Dollar geben. Da hat meine Frau den 5 Dollarschein genommen und dem verdutzten Mann einen Eindollarschein gegeben.





Das Zimmer im Hotel Montana, Port-Au-Prince, Haiti:


Riesig! Sicherlich größer als meine Haus, was ich letztes Jahr verkauft habe. Neben 2 Schlafzimmern mit separaten Bad & WC gibt es noch einen riesigen Aufenhaltsraum mit Fernseher, Fernsehecke, Schreibtisch, Essenstisch, etc. Dann noch ein riesiger Balkon mit tollen Ausblick über Port Au Prince. Sicherlich ist das ganze seinen Preis wert. Stechmücken hatten wir keine gesehen und uns auch über die fehlenden Moskitonetzte gewundert. Aber wenn wir nicht wie blöd die Terassentür ständig aufgelassen hätten, natürlich die separate Moskitoschutztür gleich mit, wären die Nächte auch friedlich gewesen. Es gibt auch noch eine Küche nebst Kühlschrank, wo wir die Sachen aus dem Supermarkt (Käse, Nudeln, Obst) selbst zubereitet haben, um die Kinder abzufüttern.


Der Zustand selbst, des Hotels, der Zimmer ist absolut hoch- und neuwertig. Kein Wunder, war es nach dem Erdbeben ja komplett zerstört und neu aufgebaut worden. Sehr sauber und sehr ruhig, wobei das vermutlich damit zusammenhängt, das die Anlage größtenteils für Kongresse genutzt werden und von daher von den anderen Besuchern kaum was zu sehen oder zu hören ist.






Außenanlage, Frühstück, Abendprogramm im Hotel Montana, Port-Au-Prince, Haiti:


Wie erwähnt ist alles neu und sehr gepflegt und die enge steile Zufahrt wird gut bewacht. Das Gefühl der Sicherheit ist für haitianische Verhältnisse relativ groß.


Frühstück: Gab es oben im Restaurant Bereich. Eine Sorte Wurst, eine Sorte Käse, Marmelade nur auf gezielte Nachfrage. Ein Ei aber alles was man möchte. Konnte man separat immer bestellen. Und viel Obst und Küchelchen und Törtchen und sowas. Kurzum für haitianische Verhältnisse konnte man sehr gut satt werden.


Abendprogramm: Wir waren an beiden Abenden essen. Für haitianische Verhältnisse natürlich teuer, aber für europäische Spitzenhotels ging das alles noch. Von daher können wir nur sagen, Preis-/Leistung stimmt, da alles zwar lange dauerte aber sehr lecker war. Entsprechend auch das Ambiente mit Blick über das erleuchtete Port-au-Prince. Einen Abend gab es kubanische Musik. Die war klasse, nicht zu laut, nicht zu leise, nicht aufdringlich, sondern einfach gut. Haben wir so selten erlebt.




Der Pool:


Viele Liegen, mit Sonne und mit Sonnenschutz, ganz wie man es mag. Für Kinder keine abgesperrten Planschzonen, aber doch reichlich Platz auf den Einstiegsterassen. Das Wasser war relativ kühl, aber was heißt schon kühl auf Haiti. Der Pool wirkt auch gepflegt, also sauber. Sehr angenehm und außer uns war faktisch nie einer im Wasser.




Die Abreise:


Das Shuttle zum Airport sollte laut erster Aussage dann 50 Dollar kosten. Auf einmal waren es dann 80 Dollar, weil es ein „Bus“ wäre. Und merkwürdigerweise war dann der Bus so ein Jeep wie sie alle Nase lang und fast ausschließlich da oben rumstanden.




Fazit zum Hotel Montana, Port-Au-Prince, Haiti:


Sieht man von der Perversität des Preises in diesem bettelarmen Land ab, kann man das Hotel bedingt empfehlen. Aber die ständigen nicht abgesprochenen „Preiserhöhungen“ fanden wir schon zum kotzen. Alleine wäre das viel viel viel zu teuer, so ist es nur viel zu teuer. Eine bedingte Empfehlung, wenn man dieses Kolonialherren Gefühl aushalten kann.


Für mich "nur" 73 von 100 möglichen Punkten


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