Bernhard Jaumann - Die Stunde des Schakals

Etwas konstruiert, aber interessanter Versuch eine historische Gegebenheit in einen Roman zu betten. Als Namibia Fan interessant zu lesen.

Ein weiteres Buch -vermutlich- aus der Tauschtelefonbörse nennt sich Die Stunde des Schakals und ist von Bernhard Jaumann, nach dem Kafka Roman eine angenehme unaufgeregte Abwechslung.




Das Äußere von Bernhard Jaumann – Die Stunde des Schakals


Wir sehen eine Steppenlandschaft -vermutlich Buch gerecht aus Namibia- bei Nacht. Dazu Autor, Titel, Roman, Verlag Kindler und ein Aufkleber Unverkäufliches Leseexemplar.


Rückseite: Wenn die Tapferen tot sind, müssen die Feiglinge sterben. Ein todkranker Killer auf der Suche nach Vergeltung. Ein zwanzig Jahre zurückliegendes Verbrechen, das lange Schatten wirft. Eine junge Polizistin zwischen Recht und Gerechtigkeit. Und eine schonungslose Verfolgungsjagd durch Namibia, Botswana und Südafrika.


„Die Stunde des Schakals“ ist ein grandioser Politthriller, der um den spektakulären politischen Mord Namibias kreist und dabei die großen Fragen nach Wahrheit, Schuld und Moral aufwirft.


„Jaumann ist nicht nur ein findiger Erzähler, der es gekonnt versteht, höchst unterhaltsam Menschenforschung zu betreiben, sondern darüber hinaus ein Perfektionist, der weiß wie man Spannung erzeugt.“ Spiegel de


„Immer wieder bezaubert Jaumann durch kluge, feinsinnige Erzählweise und beobachtungsgenaue Sprache“. Die Zeit





Zum Innenleben:


320 Seiten, 19,95 Euro, Erstverkaufstag 12.März 2010


1.Auflage März 2010, Copyright 2010 by Rowohlt, dann beginnt das Buch mit Kapitel 1 „Schüsse“ auf Seite 7 und endet auf Seite 311. 3 Seiten notwendiges Nachwort und 3 Seiten Glossar, dann was zum Autoren:


Bernhard Jaumann wurde 1957 in Augsburg geboren. Er studierte in München und war zehn Jahre Lehrer für Deutsch, Geschichte und Italienisch in Bad Aibling. Nach längeren Aufenthalten in Italien, Australien und Mexiko-Stadt lebt er zur Zeit in Windhoek/Namibia. (Eine Aufzählung seiner Werke). „Die Stunde des Schackals ist der erste Roman um die namibianische Kriminalinspektorin Clemencia Garises.







Zum Roman Bernhard Jaumann – Die Stunde des Schakals:


Ein klassisches Rache Motiv: Ein unheimlicher Killer tötet skrupellos in Namibia. Schnell entdeckt die junge Kriminalinspektorin Clemencia Garises die Zusammenhänge: Die Ermordeten sind Mitglieder einer alten politischen Vereinigung und alle bisherigen Toten hängen im Zusammenhang mit der spektakulären Ermordung des „weißen Überläufers“ Anton Lubowski.


Dieser wurde vor rund 20 Jahren unter nie geklärten Umständen mit einer Kalashinkov AK -47 ermordet. Es gab reihenweise Hinweise auf einige Hauptverdächtige, aber mehrere „dumme“ Umstände haben verhindert, das es je zu einem Prozeß kommt. Doch jetzt werden diese Hauptverdächtigen von einem geheimnisvollen -todkranken- Killer mit einer AK-47 brutal ermordet.


Was Garises die Arbeit erschwert: Ihr Chef kannte sich mit den damaligen Ereignissen besser aus, als er zugibt und macht ihr das Leben mehr als schwer. Gleichzeitig mischt der ehemalige alte Richter, der die Hauptverdächtigen laufen lassen mußte, vermutlich auch mit. Clemencia hat nur ihren Verbündeten Angula, der sich aber in den alten Akten verrennt. Und dann ist noch der weiße Journalist Claus da, und ihre Familie und der Mörder mordet fleißig weiter, bald bleibt kein Zeuge der damaligen Ereignisse übrig und beim vorletzten entdeckt Clemencia und Angula den Mörder, doch die Ereignisse überschlagen sich.....





Meine Meinung zu Bernhard Jaumann – Die Stunde des Schakals:


Den Roman kann man relativ schlank zusammenfassen. Schon komisch in Namibia spielt der Killer „10 kleine Negerlein“ und doch werden die Weißen der Reihe nach erschossen, späte Gerechtigkeit?


Nun ich bin sehr positiv angetan von dem Roman. Der ist flott und sehr abwechslungsreich geschrieben. Wir lesen den Roman aus der Erzählweise. Interessant ist, das immer wieder Protagonisten tagebuchmäßig die Ereignisse (oder auch zurückliegende) kommentieren, so wissen wir als Leser immer etwas mehr als die Hauptperson Clemencia.


Der Roman ist weder gewaltverherrlichend, noch schont er die Leser. Er berichtet was passiert ist und nimmt einen realen Hintergrund um daraus eine Geschichte zu erschaffen, das ergibt dann auch das logische notwendige Nachwort am Ende des Romans.


Obwohl man ahnt wie das Buch ausgeht, bleibt man doch von der ersten Seite an gefesselt. Die Mörderhatz ist bekannt und das der Roman in Namibia spielt, ist für mich als Namibia Fan noch ein Bonuspünktchen, aber das Land spielt keine Hauptrolle. Das Buch funktioniert fabelhaft als Krimi und nicht als Landesnabelschau.


Um ein bißchen Spannung hoch zu halten, gibt es Einblicke und kleine Intermezzos in Clemencias Privatleben, aber nie tief genug um von der eigentlichen tragenden Handlung: Die Jagd auf den Killer und die Jagd des Killers auf die vermeintlich freien Mörder. Wer wen wann und wie fängt, wird aufgeklärt, wenn auch mit dann doch arg konstruiert verwinkelten Lösungsansätzen. Aber das kann man verzeihen, wenn man weiß, das es dieses Ursprungsmord wohl wirklich gab und wie zwiespältig die verschiedenen Parteien waren.


Gut das der Autor auch nicht klar Stellung bezieht zwischen Schuld und Unschuld, richtig und falsch. Die Botschaft das Verbrechen bestraft werden muß, ist logisch und klar, und kommt auch rüber. Aber die politische Brisanz lenkt auch nicht wirklich von dem Krimi ab und das ist auch gut so.





Technische Details:


Getränkeliste: Eistee 1x, Windhoek-Lager 4x, Jägermeister 3x, Bier 1x, Leitungswasser 4x, Wasser 4x, Rooibos-Tee 1x, Dosenbier 3x, Kaffee 3x


Sex, Drugs & Rock'n Roll: Zigarette 6x, Folter 1x, Morphium 1x


Leichen: Hund 2x, Frau 1x, Mann 19x





Leseauszug:


Seine Tasche stand vor ihm. In ihr war die AK-47. Er hatte das Gewehr zerlegt, die Teile in Decken und schmutzige Kleidungsstücke gewickelt. Das Geld trug er am Körper. Siebzigtausend südafrikanische Rand. So viel Geld hatte er zuvor noch nie auf einen Haufen gesehen, geschweige denn besessen. Er fragte sich, wie viel Zukunft siebzigtausend Rand bedeuteten. Für einen gewöhnlichen Menschen wahrscheinlich ziemlich viel, aber er war kein gewöhnlicher Mensch mehr. Er war irgendetwas anderes.





Fazit zu Bernhard Jaumann – Die Stunde des Schakals:


Ein Rachekrimi der besseren Sorte. Die junge Polizistin jagt einem -durch eine tödliche Krankheit- zu allem bereiten cleveren Killer, der ihr immer eine Nasenlänge voraus ist. Schön ge- und beschrieben. Spannend mit einem etwas zu konstruierten Ende, was aber aufgrund der historischen Hintergründe erklärbar ist.


Wegen des Endes nur 86 von 100 möglichen Punkten

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