Ulrich Knellwolf - Roma Termini

So sieht das wohl aus wenn ein amtierender Pfarrer einen sakralen Krimi schreibt. Eine schöne blumige Sprache, die Protagonisten tun sich nicht wirklich weh und die weltlichen Sünden die er wohl selber gerne begehen möchte, vollbringt sein Alter Ego. Sei es ihm gegönnt. Mir war das zu konstruiert, aber ich bewundere den wirklich schönen Schreibstil.

Ein weiteres Buch aus der Tauschtelefonbörse wird hier vorgestellt, bevor es vermutlich die letzte Reise in die blaue Tonne macht: Roma Termini von Ulrich Knellwolf heißt das dünne Büchlein.




Zum Äußeren von Ulrich Knellwolf – Roma Termini:


Unheilschwanger ein Bild des Vatikans vor symbolträchtigen Sonnenuntergang im Nebel. Dazu Autor, Titel, Zusatz: Schmutzige Politik hinter den Kulissen des Vatikans, Roman Fischer


Rückseite: Ein brisanter Krimi über Drogen- und Waffenhandel, über das Verhältnis von Kirche und Macht.


ISBN Nummer, Barcode, Preis 14,90 DM





Zum Innenleben von Ulrich Knellwolf – Roma Termini:


Ulrich Knellwolf, geboren 1942, aufgewachsen in Zürich und Olten; Abitur an der Kantonschule Solothurn, Studium der evangelischen Theologie in Basel, Bonn und Zürich. Seit 1969 Pfarrer, zur Zeit an der Predigerkirche in Zürich, 1990 Promotion zum Dr. theol. An der Universität Zürich. Folgend eine weitere Zusammenfassung des Buches


Eine Widmung, 7.-9.Tausend: August 1994, Copyright 1992 by Arrche Verlag, Zürich


Ein Vorblick auf den Ausgang ab Seite 7, es endet auf Seite 240. Passend das Inhaltsverzeichnis auf Seite 241, und eine Seite nichtssagende Werbung.





Zum „Krimi“ Ulrich Knellwolf – Roma Termini:


Bernhard erzählt seine Geschichte. Eine Geschichte die eine Vorgeschichte hat, deren Vorgeschichte erzählt wird, um die Geschichte zu erklären die zur Vorgeschichte der Geschichte geführt hat.


Bernhard war streng kaholisch erzogen worden und bekleidete das Amt als römischer Priester. Nachdem er allerdings für seinen sehr weltlichen Lebensstil Geld abgezwackt hat und aufflog, nahme er eine Missionarsstellung bei den Evangelen in Süden Amerikas an. Dafür konvertierte er und wurde protestantischer Pfarrer.


Mit der Krankenschwester Maria Carmen verstand er sich sehr gut. Das Liebespaar bekehrte heidnische Einheimische und wurde von ihr medizinisch versorgt. Dummerweise mußten sie dabei Drogen- und Waffenschmuggeln. Als sie auch dabei aufflogen, trennten sich ihre Wege fürs erste und Bernhard verlegte sich auf Finanzangelegenheiten: Er hilft Menschen Geld sagen wir mal vor dem Fiskus optimal zu verbergen.


Doch die Vergangenheit holt ihn ein: Monsignore Domingo Federrico Guzman y Olivereira bittet ihn im Auftrag des Vatikans um eine Art Vermittlertätigkeit. Alleine wegen dem angebotenem Geld hätte es Bernhard gemacht, aber Guzman hat auch genügend andere Gründe ihn zu erpressen und so werden sie schnell handelseinig.


Bernhard soll als Privatsekretär des Bischoffs von Christobel intervenieren. Der Bischoff ist ein integrer Mensch und das Land versinkt im Chaos. Es gibt die Marxisten, den Staat und 2 Bürgerkriegsparteien. Da Bernhard von seiner unrühmlichen Vergangenheit das Land und die Leute kennt, wird er von Guzman beauftragt, auch weil er weiß, das Bernhard moralisch flexibel genug ist, das notwendige in die Wege zu leiten.


Allerdings ist das hier ein klassischer Fall von Intrige: Bei dem offiziellen Treffen gibt es 4 eingeweihte Teilnehmer von Seiten des Vatikans und 4 von Seiten der Evangelen. Und alle kochen ihr eigenes Süppchen. Nach und nach kontaktiert ihn jeder der Teilnehmer, mit unterschiedlichen Interessen, dazu kommen noch 2 Waffenhändler, Bernhard kann sich kaum entscheiden vom wem er sich bestechen lassen, bzw wem er wegen seiner Erpressbarkeit hilflos ausgeliefert ist, doch eine große Überraschung birgt dieses Supergeheime Manöver am Ende dann doch noch.....






Meine Meinung zu Ulrich Knellwolf – Roma Termini:


Faszinierend: Meistens haben die Texte auf der Rückseite nichts oder nur wenig mit dem Inhalt zu tun. Hier stand nur: Ein brisanter Krimi über Drogen- und Waffenhandel, über das Verhältnis von Kirche zur Macht. Das ganze stimmt fast. Richtig wäre: Ein „Krimi“ über Waffenhandel, über das Verhältnis von Kirche zur Macht und das ganze wäre perfekt zusammengefasst.


Der Autor holt immer endlos weit aus, im Endeffekt tappert Bernhard aber immer von einer Verabredung in die nächste und zwischendurch wird noch mal schnell einer weggesteckt. Das ganze wirkt eher wie ein gewolltes Alter Ego des Autoren, als die Geschichte eines Abtrünnigen, der zwischen die Fronten gerät.


Warum dann ausgerechnet Bernhard für diese heikle Mission ausgesucht wird, erschließt sich nicht ganz. Dann sind die Richtungen der 2x4 Entscheidungsträger so unterschiedlich, das es schon mehr als arg gewillkürt ist, für so eine riskante Mission. Und das dann noch schlußendlich die beiden Waffenhändler auch noch mit Bernhard verhandeln um ihn zu bestechen klingt nach einer richtigen Räuberballade. Aber schlußendlich tut sich ja doch keiner weh.


Dem Roman mangelt es leider von der ersten bis zur letzten Seite an Spannung. Aber dafür kann der Autor schön ausführlich um- und beschreiben. Wer also mehr Wert auf eine hochwertige schöne Sprache, als auf eine spannende Handlung wer das hier ganz unterhaltend finden. Für einen Krimi ist das ganze viel zu konstruiert.




Technische Details von Ulrich Knellwolf – Roma Termini:


Getränkeliste: selbst gebrannter Wein 1x, Kaffee 5x, Wein 1x, einheimischer Wein 1x, leichter toskanischer Roter 1x, Minerwalwasser 1x, Gin Tonic 1x, Whisky 6x, Kühler weißer Wein 2x, mit Wasser verdünnter hellroter Wein 1x, kühler Wein aus der Gegend 1x, schwerer roter Wein 1x, Bier 1x, leuchtender Rosewein 2x, Walliser Fendant 1x, Schnaps 1x, Weißwein aus gräflichem Weingarten der Toskana 1x, Rotwein aus gräflichem Weingarten der Toskana 1x, Leichter Weißer 1x


Sex, Drugs & Rock'n Roll: Kuss 1x, Stirnkuss 1x, Wangenkuss 1x, Sex 5x, Vergewaltigung 1x, flache ägyptische Zigarette 1x, Zigarillo 2x, Pfeife 1x, Zigarette 1x, Zigarre 1x, Handkuss 1x, Heroin 1x, Ringkuss 2x, Rabenschwarze Brasil 2x


Leichen: Tote einige und hunderte, Kinder 50x, Mann 4x




Fazit zu Ulrich Knellwolf – Roma Termini:


Keine Ahnung was das soll. Ein Krimi ist das nicht. Jeder hat Dreck am Stecken, auch der Vatikan, und die Evangelischen und die Waffenhändler und überhaupt. Aber zumindest ist das ganze schön und nett ge- und beschrieben. Eher was für prosaische Fans, als dann für Krimifans.  


46 von 100 möglichen Punkten

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