Tanja Kinkel - Mondlaub

Packende Familiensaga um die Zeit als die Spanier sich das Land von Mauren holten. Eine junge Frau zwischen der christlichen und der arabischen Welt. Unterhaltsam mit viel Spannung und großem Respekt vor den Menschen und den Religionen. Großartige Unterhaltung.

Ein weiteres Buch was meine Frau bei unserem Umzug aussortiert hat heißt Mondlaub. Es stammt von der Autorin Tanja Kinkel und wird jetzt von mir vorgestellt, bevor es in die „Freiheit entlassen“ wird.





Zum Äußeren von Tanja Kinkel – Mondlaub:


Vorne drauf ein Blick in arabisches Gebäude, sehr farbenfroh und mit vielen Ornamenten. Dazu Autor, Titel, Verlag Goldmann


Rückseite: Spanien in den Wirren der Reconquista. Bedrängt von den christlichen Königreichen Spanien und Portugal und zerrissen von inneren Machtkämpfen geben 1492 siebenhundert Jahre Maurenherrschaft zu Ende – auch für Layla, die Tochter des Emirs von Granada. Layla die schon als Kind den Giftstachel der Intrige zu spüren bekam und die als Dona Lucia unfreiwillig am Hof Isabellas und Ferdinands Zeugin des Untergangs ihrer geliebten Heimat wird.


„Ein spannend und makellos erzählter Roman.“ von BuchJournal


ISBN Nummer, Barcode





Zum Innenleben von Tanja Kinkel – Mondlaub:


Wie immer eine weitere Zusammenfassung und dann was zur Autorin: Tanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, schloß ihr Studium mit Auszeichnung ab und beschäftigte sich im Rahmen ihrer Promotion mit den historischen Romanen Lion Feuchtwangers. Mehrfach preisgekrönt und mit Stipendien ausgezeichnet, hat sie zuletzt einen mehrmonatigen Studienaufenthalt in Pacific Palisades in Kalifornien im ehemaligen Haus Lion Feuchtwangers verbracht. Tanja Kinkels Romane erscheinen mit großem Erfolg auch in Frankreich und Spanien. Dann weitere 5 Titel die von ihr erschienen sind.


Ungekürzte Taschenbuchausgabe August 1997, Copyright 1995 by Blanvalet , eine Widmung und dann beginnt das Buch mit einem Prolog auf Seite 7. Es endet mit einem Nachwort auf Seite 412. 1 Seite Werbung





Zum Roman Tanja Kinkel – Mondlaub:


Abu Abdallah Muhammad (im Verlauf nur Muhammad genannt) ist der Sohn von Abul Hassan Ali (dem Emir von Granada). Das Buch fängt an wo Muhammad mit seinem Vater und dessen Bruder al Zaghal durch eine Falknerübung zum „Mann“ wird.


Wenig später lernen wir Isabel des Solis, die Tochter des Granden Don Sancho Ximenes de Solis kennen. Sie wurde als junges Mädchen entführt und als Sklavin und Bettgespielin umfunktioniert.


Das Schicksal läßt Isabel in den Harem des Emirs von Granada kommen, wo sich dieser sehr zum Leidwesen seiner Frau Aischa (die Mutter Muhammads) in sie verliebt. Isabel mußte schon früh lernen sich durchzuschlagen. Sie konvertiert zum Islam und der Emir nimmt sie zur Zweitfrau.


Sie gebiert ihm Zwillinge: Layla und Tariq. Isabel und Aischa hassen sich leidenschaftlich, wissen doch beide das nur ein Sohn den Thron vom Emir erben kann und beide hätten gerne ihre Söhne da gesehen.


Doch der Emir hat im eigenen Land genügend zu tun. Aufstände unter der Arabern und natürlich der Krieg der Christen rund um die spanische Königsfamilie Isabella und Ferdinand die immer erfolgreicher angreifen.


Als der Emir wieder einmal auf Kriegspfad ist bietet al Zaghal Isabel an Muhammad zu töten, damit der Emir sich ganz auf seinen Krieg konzentrieren kann. Layla hat das belauscht und obwohl sie -zu recht- Angst vor Aischa hat, warnt sie sie, damit Muhammad fliehen kann. Damit beginnt der nächste Kampf: Muhammad gegen den Emir.


Als Muhammad Granade zurück erobert wird auch Isabel mit ihren Zwillingen gestellt. Aischa sieht die Gelegenheit gekommen und läßt in Anwesenheit Muhammads Tariq von ihrem Mann töten. Isabel und Layla wird freies Geleit gewährt und Layla findet sich in der von ihr gehassten Welt der Christen wieder.


Während ihre Mutter dahin vegitiert und unansprechbar ist, beschwört sie einen Geist, der ihren Kampf für ihre Sache und ihre Rache unterstützen soll. Layla wird bald an den Hof Isabellas von Spanien geraten, wo sie u.a. auf den Sohn von Muhammad aufpassen soll, der Pfand für die Dienste als Lehnsherr der Spanier...





Meine Meinung zu Tanja Kinkel – Mondlaub:


Wer Geschichte mag und nicht von den langen Namen (die auch noch oftmals einen arabischen und einen christlichen Namen bekommen) abgeschreckt wird, liegt hier absolut richtig.


Von der ersten Seite an spannend geschrieben. Auch die Schlachtgetümmel (die mir das Leichen zählen echt schwer gemacht haben) werden nur als Mittel zum Zweck und nicht zur detaillierten Beschreibung der Grausamkeiten genutzt.


Wir erleben hier den Niedergang des letzten Emirs von Granada. Obwohl die Historie uns den Ausgang des ungleichen Kampfes vorhersagt, ist es höchst unterhaltsam geschrieben, wie die einzelnen Protagonisten versuchen ihr Schicksal zu ihren Gunsten zu wenden.


Und das muß ich der Autorin auch hoch anrechnen: Hier gibt es kein Gut und Böse, kein Schwarz und weiß. Jeder ist mal der Gute, jeder ist mal der Böse. Es wird nicht diffamiert. Beide Glaubensreligionen werden mit Respekt behandelt. Vereint ist lediglich die Aussage, das es nur einen Gott gibt, egal welchen Namen er bekommt.


Die Personen werden in die Geschichte eingeführt, damit man versteht wie die Strukturen in der historischen Geschichte zu einander stehen. Wie die Christen, wie die Araber organisiert sind. Und ab ca Seite 200 wo Layla mit ihrer Mutter wieder bei den Christen ist, erleben wir die Geschichten rein aus ihrer Seite.


Das sie einen Geist beschwört, der hin- und wieder auftaucht, klingt erst mal merkwürdig und sicherlich hätte man hier spätestens das Buch verhunzen können. Aber das ganze wird so sparsam eingefügt, das es wunderbar in die arabische Mythologie paßt und somit absolut natürlich geschildert wird und glücklicherweise für den Verlauf von Laylas Geschichte nicht hauptausschlaggabend sind.


So neutral eine so schwierige Thematik zu beschreibe und dabei eine fabelhafte spannende und glaubwürdige Story zu erzählen, Hut ab, das ist ganz große Kunst. Und die einzige Frage die mir bleibt, ist die Frage warum das Buch „Mondlaub“ heißt.





Technische Details von Tanja Kinkel – Mondlaub:


Getränkeliste: Wein 2x, Kaffee 1x, heiße Schokolade 1x


Sex, Drugs & Rock'n Roll: Folter 1x, Kuss 4x, Handkuss 4x, Vergewaltigung 3x, Sex 3x, Wangenkuss 2x


Leichen: (Durch die ganzen Schlachten mußte ich häufiger Schätzungen vornehmen) Kind 3x, Chrsiten ca. 650, Mauren ca 10, Araber ca. 450, Mann 10, Reh 1x, Rebhuhn 1x, Frau 2x





Leseprobe von Tanja Kinkel – Mondlaub:


„Sie lügt“, stieß Aischa hervor. Wenn sie nichts hinzugefügt hätte, wäre sie vielleicht überzeugender gewesen, doch sie sprach weiter, immer hastiger, als liefe sie vor jemanden davon: „Sie lügt! Das war alles von Anfang an geplant! Deine christliche Hexe steckt dahinter! Verflucht seien sie und alle ihre Nachkommen! Möge Dschehanam sie verschlingen, sie ist unser aller Verderben, ich habe es dir...“


„Das genügt“, unterbrach Ali sie kalt. „Wenn überhaupt etwas, dann ist deine Eifersucht unser aller Verderben. Du kannst gehen, Layla.“


Während Layla sich erneut verbeugte, wunderte sie sich darüber, daß Aischa tatsächlich schwieg. Sie ahnte nicht, daß an diesem Tag das letzte dünne Band, das Aischa noch mit ihrem Gatten verknüpfte, zerrissen war.





Fazit zu Tanja Kinkel – Mondlaub:


Eine Familiengeschichte vor historischem Hintergrund. Spannend, kurzweilig und das wichtigste respektvoll vor den Menschen und der Religion. Die vielen Namen können einen verwirren, aber wer die Kleine Hürde nimmt, wird mit einer tollen Geschichte belohnt.


87 von 100 möglichen Punkten

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