5 Zimmer, Küche, Sarg

Wer schon immer mal wissen wollte, was Vampire so machen, wenn sie nicht gerade essen, oder gepfählt werden: Bitte schön. Lustig, sympathisch und manchmal ein klitzekleines bißchen gruselig. Low Budget mit tollem Drehbuch ist deutlich besser als Big Budget aber keine 50 Euro für eine gescheite Story

Vermutlich der letzte Kinobesuch vorm Umzug nach Mannheim führte am 02.11.2014 in den Film 5 Zimmer, Küche, Sarg der als O.m.U. Für sehr günstige 6,50 Euro um 17 Uhr im Off Broadway zu Köln lief. Der kleine Kinosaal war mit rund 30 Mann faktisch voll.




Zum Film 5 Zimmer, Küche, Sarg (O.m.U.):


Willkommen in der WG der Vampire. Ein Sargdeckel öffnet sich und Viago unser Vampir begrüßt uns. Er ist 379 Jahre alt. Auf dem Weg seine Jungs zu wecken, erklärt er uns, das Vampire es nun mal auch leichter haben, wenn sie in einer WG leben. Und so folgen wir ihm, denn wir sehen ja eine Mockumentary – also eine Fake-Dokumentation. An der Tür von Vladislav klopft Viago an, aber keine macht auf. Klar Vladislav schiebt mal wieder eine Orgie, trotz seiner 862 Jahre. Anschließend weckt er Deacon, das Nesthäckchen der Vampire mit seinen mal gerade 183 Jahre. Als viertes und letztes Mitglied weckt er den konservativen Ur-Vampir Petyr der mit 8000 Jahre schon etwas älter ist und Deacon selbst zum Vampir machte.


Und so erleben wir den Alltag der Vampire. Viago unser Dandy Vampir hat eine Sitzung anberaumt, wo natürlich der Altersvampir Petyr nicht teilnimmt, er macht eh kaum noch was. Viago stellt seine Vampir Jungs zur Rede: Seit 2 Jahren stapelt sich schon das blutige Geschirr, so kann das nicht weitergehen. Und auch die Sauerei beim essen, die Kollegen mögen doch bitte, wenn sie zu Hause essen doch Zeitungen und oder Handtücher auslegen, damit nicht immer alles so blutig versifft ist. Deacon der gerne näht, findet das auslegen beim essen, aber genauso unvampirisch wie Vladislav. Aber ein ernsthafter Streit kommt deswegen nicht auf.


Abends gehen die Jungs aus und Jackie -die Dienerin Deacons- spricht mit ihnen ab, was sie ihnen „zu Essen“ nach Hause schickt. Abends kommt Jackie dann mit ihrem Ex-Nick und einer Schulzoff Freundin Judith zu den Vampiren. Relativ schnell machen die Vampire ihren Gästen klar, das sie nicht zum Spaß da sind und verspeisen Judith. Nick kann zwar kurz fliehen, kommt aber dann Petyr vor die Fangzähne, der ihn allerdings zum Vampir macht.


Kurze Zeit später kommt dann Nick zu den 4 und läßt sich in die Vampir-WG aufnehmen. Er schleppt aber auch seinen Menschenfreund Stu mit an, der den Vampiren die moderne Welt u.a. Internet näher bringt.


Wir sehen und erleben dann die 5 Vampire wie sie ausgehen, mithilfe von Nick und Stu die moderne Welt näher kennen lernen, Werwölfe treffen und am Ende zum großen Fest gehen...





Meine Meinung zu 5 Zimmer, Küche, Sarg (O.m.U.):


Blair Witch Project hat ja das Genre des Mockumentary ganz neu kreiert. Wie im wirklich Leben die Geisens einen ganze Zeit begleitet, ist hier das Filmteam bei den Vampiren unterwegs. Wir bekommen auch hilfreiche Tips wie z.B. das die Filmcrew Kruzifixe tragen und ihnen zugesagt wurde, das keiner gegessen wurde (was später mit dem Passus, na ja zumindest nicht alle, leicht verändert wurde).


Das der Film Low Budget ist, kann man erkennen, was aber bei einer guten Grundstory kein Problem ist. Aber für das wenige Geld haben sie schon ein paar ordentliche Special Effects hinbekommen. Das geht dann meistens auch mit brüllend komischen Elementen einher, z.B. wenn Viago „Essen“ mit nach Hause bringt. Während sie ihm noch ihr Herz ausschüttet, legt er schon mal Zeitungen auf den Boden aus, legt Handtücher bereit und macht sich ein Schlabberlätzchen klar. Sie erzählt immer noch weiter, er steht mittlerweile hinter ihr und legt sanft die Haare zur Seite um besser in den Hals beißen zu können, was er dann auch tut. Dummerweise trifft er aber voll die Hauptschlagader und das Blut spratzt nur so literweise aus ihr raus. Schon ulkig wie er versucht das aus dem Hals spritzende Blut wie aus einer Quelle zu trinken. Na ja reichlich blutig ist und bleibt das alles schon.


Die anderen sehr gelungenen Special Effects haben dann mit dem Fliegen und verwandeln zu tun, wo die dann meistens an Wänden und Decken laufen und kämpfen. Aber das ist nur ein klitzekleiner Grund den Film zu sehen, viel wichtiger ist die Inszenierung.


Wie leicht hätte man den Film verhunzen können. Rumchargieren, die billigsten Gags nehmen, aber hier in quasi Dokumentationsstil mit extrem liebenswerten und nur leicht durchgeknallten Vampiren ist das ein heiterer sehr kurzweiliger Spaß.


Die ganze Zeit interaktieren die Vampire mit dem Kamerateam. Man merkt aber klar, das sobald Nick bei ihnen ist, die Welt für sie faktisch größer wird. Bislang haben die eher unauffällig Neuseeland entdeckt, aber durch Nick und später Stu erschließen sie vollkommen neue Welten. Sie lernen die moderne Technik kennen und nutzen. Die gelungene Mischung aus dem entdecken der modernen Welt und die vielen kleinen Gags und dazu ein wenig Action, tut dem Film sichtlich gut.


Auch O.m.U. war hier prima. Viago ist ein deutschstämmiger Vampir und in einem Moment spricht er auch Deutsch. Aber generell kann man die Vampire mit ihrem nicht akzentfreien Englisch gut verstehen. Durch die OmU kommen die Original Stimmen sehr gut zur Geltung. Viago unser Dandy, Deacon der Draufgänger und Vladislav als ehemaliger brutaler Fürst. Petyr hat eine ähnliche stimmliche Ausdehnung wie zuletzt Crood bei den Galaxis.





Technische Details von 5 Zimmer, Küche, Sarg (O.m.U.):


http://www.whatwedointheshadows.com/ (von hier sind auch die Bilder), http://5zimmerkuechesarg.weltkino.de/#home


Originaltitel: What We Do in the Shadows


Kinostart Deutschland: 30.10.2014, Premiere 19.01.2014 (Sundance Film Festival)


Komödie, Fantasy, Horror-Mockumentary, Neuseeland/USA 2014


Laufzeit 82 Minuten, FSK 12, Einspiel bislang 2,1 Mio $ in NzD


Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi


Drehbuch: Jemaine Clement, Taika Waititi


Viago: Taika Waititi *1975 neuseeländischer Schauspieler und Filmregisseur, im Kino u.a. 2003 Two Cars one Night (Oscar Nominierung)


Vladislav: Jemaine Clement *10.1.74 neuseeländischer Musiker, Schauspieler, Regisseur, Produzent, Komiker und Autor im Kino u.a. 2010 Dinner für Spinner und 2012 Men in Black 3


Deacon: Jonathan Brugh





Fazit zu 5 Zimmer, Küche, Sarg (O.m.U.):


Ein Film der von allen Kritikern gut bewertet, nanu da ist doch was faul. Richtig die Jungs sind alle tot. Und Vampire. Und haben einen Mordsspaß im wahrsten Sinne des Wortes. Wer dem alltäglichen Treiben von 4 netten Vampiren zusehen möchte und ein Splattereinlagen a'la Monthy Python ertragen kann, der ist hier mehr als gut aufgehoben. Wir haben uns alles sehr gut amüsiert und den Film schaue ich mir sicherlich noch das eine oder andere mal an.


94 von 100 möglichen Punkten

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